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Schluss mit 8 hartnäckigen Cloud-Mythen

Schluss mit 8 hartnäckigen Cloud-Mythen

 

Die Cloud ist inzwischen fester Bestandteil der IT-Landschaft von KMUs in Deutschland. Laut dem renommierten „Cloud-Monitor 2020“ von Bitkom Research im Auftrag von KPMG setzten im Jahre 2019 bereits 76% der befragten Betriebe auf Cloud-Lösungen. Weitere 19% der befragten Unternehmen gaben an, dass aktuell der Einsatz von Cloud geplant oder zumindest diskutiert wird. Cloud-Lösungen kommen in diesem Prozess immer häufiger selbst für kritische IT-Systeme zum Einsatz. Auch Business Software wie CRM oder ERP wird inzwischen vermehrt aus der Cloud bezogen. In diesem Zuge halten sich aber bereits seit Jahren hartnäckige Mythen rund um die Cloud. Was es mit diesen Cloud-Mythen auf sich hat und welche Rolle diese für den Auswahl-Prozess von IT-Lösungen haben, zeigt der folgende Beitrag. 

 

Cloud-Mythos 1: Unternehmen verlieren die Kontrolle über ihre Daten 

 

Geht es um die Evaluierung von Cloud-Lösungen, wird oft als negativer Punkt angemerkt, dass das Unternehmen die Kontrolle über die Daten verliert. Dieser hartnäckiger Cloud-Mythos entspricht jedoch nicht der Realität, da die Daten nicht nur hochverfügbar bereitgestellt werden, sondern durch regelmäßige Backups und erprobten Recovery-Strategien auch verlässlicher aufbewahrt werden. Durch dediziertes Rechte- und Zugriffsmanagement von Cloud-Anwendungen wird darüber hinaus sichergestellt, dass nur die jeweils berechtigten Nutzer Zugriff auf alle relevanten Informationen erhalten. Aufgrund der Cloud-Infrastruktur können auch keine Datenträger mit Informationen mehr verloren oder gestohlen werden. Falls notwendig, existiert immer die Möglichkeit, die vorhanden Daten zu exportieren oder zu migrieren.  

 

Cloud-Mythos 2: Die Cloud ist unsicher im Vergleich zum Serverraum 

 

Abgesehen von der Datensicherheit wird auch immer wieder der Cloud-Mythos genannt, dass die Cloud im Vergleich zu einer on-site betriebenen, eigenen Server-Infrastruktur unsicherer wäre. Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Der Betrieb einer eigenen IT-Infrastruktur benötigt hochspezialisierte Experten, die diese regelmäßig warten und gegen den Zugriff von Unbefugten absichern. Hierzu gehören sowohl die physische Absicherung durch z.B. Zutrittskontrolle, Überwachungstechnik, Hardware-Firewalls usw. sowie eine korrekte Konfiguration der Netzwerktechnik und aller Anwendungen. Im aktuellen „war of talent“ kann kaum ein KMU hier ein vergleichbares Sicherheitslevel bieten wie spezialisierte Rechenzentren, die die besten Spezialisten und hochgerüstete Sicherheitstechnik einsetzen. Die „Studie Cloud Security 2019“ von IDG Research kommt daher auch zu dem Ergebnis, dass die Befragten als Cloud-Vorteile vor allem die Datenverfügbarkeit (18%), den Datenschutz (13%) und sicherere Rechenzentren (12%) als Top-Antworten nannten. 

 

Cloud-Mythos 3: Cloud-Computing ist nicht DSGVO-konform 

 

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hat schwerwiegende, nachhaltige Auswirkungen auf das Speichern und Verarbeiten von Daten in Unternehmen. Der „Cloud-Monitor 2020“ zeigte bereits, dass für 96% der Befragten die Konformität mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung ein Must-have ist. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch die IDG-Studie. Entsprechend viel Sorgfalt wenden Cloud-Anbieter an, um die DSGVO-Konformität zu gewährleisten. Unternehmen, die darauf achten, dass entsprechende Zertifizierungen vorhanden sind und die Daten in Deutschland gehostet werden, können sicher sein, dass die Anbieter die Datenschutzrichtlinien erfüllen. 

 

Cloud-Mythos 4: Die Cloud ist teurer als inhouse-IT 

 

Berater und ITler führen im ERP-Projekt häufig Kostenfaktoren als Grund an, um beispielsweise ein ERP-System on-premise zu betreiben. Letztlich gilt es hierbei die Total Cost of Ownership (TCO) für eine typische Betriebszeit von beispielsweise fünf Jahren zu vergleichen. Auf keinen Fall sollten hierbei Kosten für IT-Hardware, Installation, Backup, Updates bzw. Carepacks, Wartung und den Serverraum (Kühlung, Brandschutz, Sicherheitstechnik, Strom, kalkulatorische Raummiete usw.) vergessen werden. Da Cloud ERP als Dienstleistung aus dem Internet zu einem pauschalierten Betrag pro Nutzer erworben werden kann und nur für das bezahlt werden muss, was wirklich genutzt wird, überzeugt oftmals Cloud ERP mit einem klaren Kostenvorteil gegenüber einer on-premise-Lösung.  

 

Cloud-Mythos 5: Niedrige Bandbreite und hohe Latenzzeiten 

 

In früheren Zeiten wurde von Beratern gerne eine hohe Latenzzeit als Grund gegen Cloud-Lösungen ins Feld gebracht. Durch den steigenden Breitband-Ausbau ist diese Thematik inzwischen ein Argument, welches längst überholt ist. Sollte tatsächlich die Bandbreite ein limitierender Faktor sein, liegt dies oftmals an einer veralteten internen IT-Infrastruktur, z.B. aufgrund limitierender VPNs bzw. Terminal-Server.  

 

Cloud-Mythos 6: Die ganze IT-Infrastruktur muss in die Cloud verlagert werden 

 

Selbstverständlich muss durch Einführung von Cloud-Lösungen nicht direkt die gesamte IT-Infrastruktur in die Cloud verlagert werden. Einzelne Anwendungen wie CRM oder ERP können beispielsweise Stück für Stück auf cloudbasierte Dienste umgestellt werden, während beispielsweise spezielle Anwendungen weiterhin lokal betrieben werden können. Es muss lediglich bei der Integration von Diensten sichergestellt werden, dass ein entsprechender Datenaustausch effizient möglich ist. 

 

Cloud-Mythos 7: Updates werden einfach so ausgerollt 

 

In der sogenannten Public Cloud kümmert sich der Cloud-Anbieter regelmäßig darum, dass Aktualisierungen auf alle Teilnehmer ausgerollt werden. Dies passiert im Rahmen von Sicherheitsupdates und neuen Funktionen. Entsprechende Rollouts dienen auf der einen Seite zur Sicherung des Betriebes und bringen auf der anderen Seite neue Funktionalitäten und Features mit sich, um einen optimierten Betrieb zu ermöglichen. Für die Anwender entstehen hierdurch ausschließlich Vorteile. Wann und welche Aktualisierungen geplant sind, werden von den Anbietern rechtzeitig angekündigt. Oftmals werden auch weitere Dokumentationen und Schulungsmaterialien in diesem Falle bereitgestellt. 

 

Cloud-Mythos 8: Digitalisierung bedeutet einfach IT-Systeme in die Cloud zu verlagern 

 

Geht es um die Digitalisierung, so nennen sich Unternehmen jeder Branche gerne Vorreiter und veröffentlichen Presse-Mitteilungen über gelungene Digitalisierungs-Projekte. Im Fokus dieser publicity-wirksamen Beispiele wird auch die Cloud vermehrt genutzt, um sich als progressiv darzustellen. Ein einzelnes Cloud-Projekt ist hierbei aber noch lange nicht das Ende der Digitalisierung. Denn wenn beispielsweise veraltete Software auf eine cloudbasierte Infrastruktur gestellt wird, ist kaum von Ergebnissen im Sinne der Digitalisierung zu sprechen. Viel eher sollte die Cloud als Motor der Digitalisierung verstanden werden, wodurch weitere Möglichkeiten zur Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie und erfolgreichen, digitalen Geschäftsmodellen entstehen.