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Interoperable E-Commerce-Systeme

von David Lauchenauer am 21.01.2020

Im E-Commerce bilden effiziente Prozesse die Grundlage für kundenorientierte Geschäftsmodelle. Voraussetzung dafür ist ein durchgängig integrierter Datenfluss. Doch nicht alle IT-Systeme können alle funktionalen Anforderungen abdecken. In solchen Fällen ist es wichtig, dass der Datenaustausch über Systemgrenzen hinweg funktioniert. Interoperabilität ist das Stichwort. Was sich dahinter verbirgt und welcher Nutzen damit für den Online-Handel verbunden ist, erfahren Sie in diesem Beitrag. 
 
Was sind interoperable Systeme? 
Im Wesentlichen geht es bei Interoperabilität im digitalen Sinn darum, dass verschiedene Systeme miteinander zusammenarbeiten und hinsichtlich Datenaustausch kompatibel sind. Wie bei jeder Form der Zusammenarbeit braucht es dazu gemeinsame Standards für eine reibungslose Kommunikation, aber auch ein Konsens über die Verwendung von Informationen. Konkret bedeutet dies, dass unterschiedliche Lösungen ein gemeinsames Datenformat und einheitliche Protokolle verwenden.  
 
Vorteile der digitalen Integration 
Heterogene Systeme zu nutzen, ohne dass es zu Unterbrüchen kommt, bietet für viele Prozesse im E-Commerce enorme Vorteile. Auf diese Weise lassen sich spezielle Anwendungen, wie zum Beispiel Transportmanagement oder Zollabwicklung, mit der zentralen Unternehmenslösung verbinden. Diese lässt sich dadurch um spezielle oder individuelle Applikationen erweitern. Ein durchgängiger Daten- und Wertefluss ist dabei gewährleistet. Dank der digitalen Integration entstehen auf Prozessebene neue Möglichkeiten, Abläufe zu optimieren, zu verbinden oder auszubauen.  
 
Voraussetzungen für interoperable Software 
Komplexe Anwendungen, wie zum Beispiel ein ERP-System, werden auf der Grundlage eines Frameworks entwickelt. Dieses ist vergleichbar mit einem Werkzeugkasten. Die Standardisierung dieser Werkzeuge garantiert, dass jedes Modul technisch gesehen aus einem Guss entsteht. Idealerweise gehören zu diesem Werkzeugkasten auch ein Tool für das Schnittstellenmanagement.  
 
Anforderungen an Schnittstellen 
Diese Standard-Schnittstellen erlauben den Datenaustausch mit anderen Systemen, welche ebenfalls über ein kompatibles Interface verfügen mit folgenden Eigenschaften: 
  • - Komponente, um ein- und ausgehende Datenströme zu koordinieren 
  • - Sicherheitsfunktionen für die Regelung des Datenaustausches 
  • - Koordination der Datenzuordnung in verschiedenen Anwendungen 
  • - Protokollierung der ausgetauschten Daten 
 
Verschiedene Anwendungsmöglichkeiten 
Im E-Commerce werden interoperable Systeme in verschiedenen Bereichen angewendet. Ausgehend von einer führenden Datenbank, wie sie beispielsweise ein ERP-System bietet, werden Drittapplikationen über die erwähnten Schnittstellen angebunden, um etwa ein Online-Portal aufzubauen. Hier einige Beispiele: 
 
Beschaffung, Logistik, Webshop 
Entlang der Prozesskette „Beschaffung – Logistik“ gibt es diverse Anwendungen. E-Commerce profitiert von einem möglichst hohen Automatisierungsgrad. Entsprechend sind Lagerbewirtschaftung, Kommissionierung, Versand, Transportüberwachung usw. prädestiniert, um die dafür notwendigen Anforderungen über spezialisierte Drittsysteme abzuwickeln. Das kann zum Beispiel die Anbindung einer Waage sein, das ERP-System eines Lieferanten, das Logistiksystem eines Spediteurs, ein Payment-System im Webshop oder eine Export-Software für die Verzollung. 
 
Vertrieb, Marketing, Kundenservice 
Kundengewinnung und -bindung sind zentrale Themen im E-Commerce. Gerade der Online-Handel ist aufgrund seiner grenzenlosen Transparenz äußerst volatil. Bei der Interoperabilität in Vertrieb und Marketing geht es nicht nur darum, eine zusätzliche Funktionalität anzubieten, sondern insbesondere um die Verarbeitung gleicher Daten in unterschiedlichen Systemen. Dazu gehören beispielsweise integrierte Ticketing-Systeme im Kundenservice-Bereich einer E-Commerce-Plattform oder Social-Selling im Zusammenspiel von ERP, CRM und Webshop. 
 
Finanzen, Controlling 
Die Gewinnung von Wissen und Entscheidungsgrundlagen aus Daten hat im E-Commerce einen sehr hohen Stellenwert. Nicht alle ERP-Systeme sind in der Lage, flexible Auswertungen und Kennzahlen anzubieten. Gerade in komplexen Situationen wird dann gerne auf ein zusätzliches Datenanalyse-Tool zurückgegriffen. Es versteht sich, dass dieses mit der führenden E-Commerce-Anwendung absolut kompatibel sein muss. Ansonsten müssten Reports manuell aufbereitet oder überarbeitet werden. Gleiches gilt auch für Finanzanwendungen. Es gibt spezielle Software-Lösungen für Zahlungsverkehr, für das Verbuchen von Debitorenzahlungen oder für die automatisierte Verarbeitung von Kreditorenrechnungen (inklusive Freigabeprozess).  
 
Blick unter die „Motorhaube“ 
Die Frage, ob zusätzliche Systeme nötig sind oder ob es nicht möglich ist, die Anforderungen mit einer einzigen, umfassenden Software abzudecken, ist durchaus berechtig. Bereits bei der Evaluation einer zentralen Unternehmenslösung sollten daher zwei Dinge beachtet werden: Inwieweit können Sonderanforderungen von einer Standardlösung abgedeckt werden? Und welche Möglichkeiten gibt es im Bereich Interoperabilität? Wissend, dass z.B. ERP-Systeme zwar sehr mächtig sind, die Disziplin „E-Commerce“ jedoch relativ neu ist. Ein prüfender Blick unter die Motorhaube lohnt sich allemal.  

Über den Autor: Dr. Robert Meyer

Dr. Robert Meyer ist seit 2011 Geschäfts­führer der myfactory International GmbH. Seine Leiden­schaft ist die Vermarktung von moderner Cloud ERP-Software über Online-Medien und Partner­vertrieb. Im Mittelpunkt steht bei ihm immer das Wohl von Anwendern, die eine funktional ausgereifte, leicht zu in­di­vidualisierende, intuitiv zu bedienende, auf allen Devices verwendbare, und mobil ein­setzbare Unternehmens-Software benötigen.

Über den Autor: Rainer Giersbach

Rainer Giersbach stieg 2000 in die IT-Branche über eine technische Hotline zu kfm. Unternehmens­software ein, wenig später übernahm er das Produkt Management für diesen Bereich. 2006 stieß er im Zuge einer Recherche zum Thema "Online-Warenwirtschaft" auf myfactory. Das Thema hat ihn nicht mehr losgelassen und seit 2007 gestaltet er als Program Manager die myfactory Software aktiv mit.

Über den Autor: Timo Bärenklau

Nach seinem erfolgreichen Studium mit Abschluss als Bachelor of Engineering im Studiengang „Internationales Technisches Vertriebsmanagement“ stieß Timo Bärenklau als Lead Spezialist zur myfactory International GmbH hinzu. Schon während seines Studiums entdeckte er seine Leidenschaft für Vertriebsoptimierung, besonders im Hinblick auf CRM-Systeme. Auch seine Bachelor-Arbeit hatte CRM als Schwerpunkt. Seit 2012 betreut er maßgeblich die Leadqualifizierung bei myfactory.

Über den Autor: Tobias Korch

Tobias Korch arbeitet seit März 2011 bei myfactory als Software-Entwickler. Seine Schwerpunkte sind die Produktionsplanung (PPS) und das Modul eCommerce. Er ist ein engagierter Verfechter des myfactory-Konzeptes EasyRelease, mit dem Partner updatesichere Zusatzprogramme zur myfactory Business Software erstellen können. Bei Partnern und Partner-Interessenten sind deshalb seine Programmierer-Schulungen und unterstützende Coachings sehr gefragt. Durch seine vieljährigen Praxiserfahrungen mit komplexen Softwareprojekten hat er den Kontakt zum Mittelstand und das Verständnis für Anforderungen und Problemstellungen der Unternehmen und Anwender. Wenn es nichts zu tun gibt (gibt es das eigentlich?) dann kümmert er sich um seine Familie, macht Musik oder interessiert sich für alles was mit IT zu tun hat.

Über den Autor: Jan Schweighart

Jan Schweighart arbeitete nach einem Software Engineering Studium an der Hochschule Konstanz als Software Entwickler für einen Software Dienstleister. Überzeugt von Produkt und Mentalität, kam er Ende 2013 zu myfactory wo er heute schwerpunktmäßig an der Weiterentwicklung von myfactory.CRM arbeitet. Herr Schweighart hatte früher mal Hobbies, Freunde und ein soziales Leben, so wird zumindest berichtet. Heute ist er Vater einer kleinen Tochter ;)

Über den Autor: Dr. Mathias Hamp

Dr. Mathias Hamp ist Kommunikations- experte und entwickelt Kommunikations- strategien zur Vermarktung von Ideen, Waren und Marken. Seit 2015 verantwortet er für myfactory den Bereich Online Marketing.

Über den Autor: David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe.

Über den Autor: Stefan Girschner

Stefan Girschner (* 1967) berichtet als Fachjournalist seit vielen Jahren über Neuheiten und Trends in der IT-Branche. Seine journalistische Laufbahn startete er 1999 bei der Fachzeitschrift e-commerce magazin (ehemals IWT Magazin Verlag), wo er bis 2003 als Redakteur tätig war. Seit 2004 ist er freiberuflich für verschiedene Fachzeitschriften und Online-Portale in den Bereichen Unternehmens-IT, Computing sowie Wirtschaft und Industrie tätig. Darüber hinaus arbeitet er als Lektor und in der Schlussredaktion für Verlage und Agenturen. Von 2010 bis 2016 hatte er die redaktionelle Leitung des Digitalbusiness Magazin (WIN-Verlag) inne. Seit 2016 schreibt er wieder verstärkt für bekannte IT-Fachzeitschriften und -Portale.

Über die Autorin: Sandra Bültermann

Sandra Bültermann (*1975) ist seit 1999 als Technische Redakteurin tätig. Als langjährige Mitarbeiterin bei Fachzeitschriften, Agenturen und Softwareunternehmen verfügt sie über umfassende Kenntnisse in den Bereichen IT, Kommunikation und Contentmanagement. Ihre Kernkompetenz liegt darin, komplexe, technische Themen verständlich und zielgruppenorientiert aufzubereiten.
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