Cloud-Land ist überall

von David Lauchenauer am 24.08.2021, 2 min Lesezeit
 Die Wirtschaftsnationen Deutschland, Schweiz und Österreich haben weltweit Spitzenpositionen inne. InnovationKnow-how und Qualität sind traditionelle Erfolgsfaktoren. Doch der digitale Wandel mischt die Karten neu. Wer den Anschluss nicht verpassen will, setzt auf die webbasierte Technologien und Services. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Cloud-Monitor. Das Internet wird zunehmend zu einer unabdingbaren Voraussetzung für Fortschritt und Wettbewerbsfähigkeit. Die meisten Unternehmen haben die Zeichen der Zeit erkannt. Die Schwerpunkte liegen dabei nicht unbedingt dort, wo man es erwarten würde. 
 

Cloud und kein Ende in Sicht 

Seit 2012 führen das Beratungsunternehmen KPMG und die Bitkom Research Untersuchungen zur Cloud-Nutzung bei deutschen Firmen durch. Der diesjährige Cloud-Monitor ist somit die zehnte Auflage und dokumentiert eine aufschlussreiche Entwicklung der Cloud-Nutzung in Deutschland. Was damals mit bescheidenen 28 Prozent begonnen hat, liegt heute bei satten 82 Prozent. Wobei satt“ der falsche Ausdruck ist, denn viele Unternehmen planen weitere Investitionen in webbasierte Anwendungen.  
 

Wachstum in allen Dimensionen 

Nicht nur die Zahl der Unternehmen, welche auf die Cloud setzen, ist gestiegen. Die Nutzung innerhalb der Betriebe weitet sich kontinuierlich aus. Die Cloud dringt immer stärker in die IT-Infrastruktur vor. Der Cloud-Monitor macht deutlich, dass die Zeichen weiterhin ganz klar auf Wachstum stehen. Unternehmen stellen sich heute nicht mehr die Frage, ob sie die Cloud nutzen wollen, sondern wie und wo sie diese einsetzen können. Die Coronapandemie hat diese Entwicklung maßgeblich beeinflusst und beschleunigt. 
 

Public-Cloud immer beliebter 

Schon bald wird jedes zweite Unternehmen in Deutschland Lösungen aus der Public-Cloud nutzen. In der Schweiz und in Österreich sieht es vermutlich nicht anders aus. Die Nutzung nimmt dabei unabhängig vom Anwendungsbereich laufend zu. Zu den Spitzenreitern bei den Business-Applikationen gehören E-Commerce sowie CRM- und ERP-Systeme. Als Vorteile v verortet der Cloud-Monitor 2021 insbesondere die bessere Skalierbarkeit, die höhere Flexibilität sowie die größere Zuverlässigkeit von Cloud-Lösungen. In diesem Zusammenhang werden IT-Strategien überarbeitet und neu ausgerichtet. Themen wie Compliance, Security, Change-Management, Ablösung bzw. Integration bestehender Systeme sowie die Wahl passender Cloud-Modelle verändern die IT-Agenda. 
 

Cloud-ERP für digitale Prozesse 

Neun von zehn Befragten geben in der Studie an, dass die Cloud einen großen bis sehr großen Beitrag zur Digitalisierung ihrer Unternehmen leistet. Es sind vor allem interne Prozesse und die Automatisierung von Workflows, welche von der Cloud profitieren. Das legt den Schluss nahe, dass die Nutzung eines Cloud-ERP besonders vorteilhaft ist. Es vereinfacht den Betrieb und Unterhalt einer Unternehmenslösung, verschafft Anwendern den Zugang zu mobilen Applikationen und lässt sich jederzeit optimal den aktuellen Anforderungen anpassen.  
 

Digitale Transformation im Fokus 

Cloud-Transformation und digitale Transformation gehen Hand in Hand. Bereits vor der Pandemie war der Trend in Richtung Cloud klar erkennbar. Die Zahlen des Cloud-Monitor sprechen dabei eine deutliche Sprache: 2012 waren es noch 66 % der Befragten, welche die Cloud nutzten oder in Erwägung zogen. 2016 stieg der Wert auf 83 %. Aktuell sind es 97 %, welche sich für die Cloud entschieden haben. Dabei hat der digitale Wandel erst begonnen. Rund die Hälfte dieser Unternehmen will cloudbasierte Geschäftsmodelle vorantreiben. Der andere Teil legt den Fokus eher auf die Nutzung vernetzter Möglichkeiten im Bereich ProzessautomationWorkflows und Aufgaben 
 

Wandel hat erst begonnen 

Auch wenn seit Jahren die Digitalisierung in aller Munde ist, hat der Wandel jetzt erst richtig begonnen. Immer mehr Unternehmen in Deutschland nutzen dazu die Cloud als Grundlage. Gemäß Cloud-Monitor 2021 verfügen sechs von zehn Betrieben über eine Cloud-Transformationsstrategie. Ob dabei alle Systeme und Anwendungen in die Cloud verlagert wird (Cloud-Only) oder die Cloud die erste Wahl (Cloud-First) darstellt, muss jedes Unternehmen für sich entscheiden. Interessant ist, dass eine „Cloud-Too“-Strategie eher selten (12 %) in Frage kommt. Letztlich stellt sich noch die Frage, wer denn die Cloud derart stark vorantreibt. Spannend, was der Cloud-Monitor aufzeigt: Insgesamt sind es die IT-Abteilungen, wobei mit zunehmender Firmengröße der Einfluss der einzelnen Fachbereiche überwiegt.   

David Lauchenauer
Über den Autor:
David Lauchenauer
David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe. 2021 leitete er erfolgreich den Verkauf von myfactory an Forterro.