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Digitalisieren, aber nicht um jeden Preis? So geht's

Digitalisieren, aber nicht um jeden Preis? So geht's

 

Dass man Veränderungen nicht aufhalten kann, wissen wir alle. Die Frage ist nur: Wie geht man damit um? Gerade in Sachen Digitalisierung ist die Verunsicherung groß. Dabei geht es nicht nur um neue Technologien, sondern auch um die Auswirkungen auf Geschäftsmodelle, Arbeitsformen und Unternehmenskultur. Wie man am digitalen Wandel teilhaben kann, ohne gleich alles über den Haufen zu werfen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

Vom Umgang mit Veränderungen 

Die Entwicklung der Menschheit ist geprägt vom ständigen Streben nach Verbesserungen. Vermutlich hat man bereits zu Zeiten der Höhlenmenschen über Gefahren und Nutzen des Feuers heftig debattiert. Und bestimmt hat man sich hundert Mal die Finger verbrannt, bis man einen Weg gefunden hat, die neue Technologie zu kontrollieren und sicher einzusetzen. Ähnliches erleben wir heute bei der Digitalisierung. Die Sache ist ein heißes Eisen, welches man schmieden und zurechtbiegen oder einen Bogen darum herum machen kann. Es geht weniger um die Frage nach Chance oder Bedrohung, sondern um den adäquaten Umgang mit dem Thema und die Nutzung der damit verbundenen Vorteile. Der digitale Wandel ist bereits in vollem Gang und lässt sich weder aufhalten noch ignorieren.

Die Kunst, den eigenen Weg zu finden

Niemand zwingt Sie zur Digitalisierung Ihres Unternehmens. Es ist einzig und allein Ihre Entscheidung. Dabei besteht die Kunst darin, einen eigenen Weg zu finden, welcher auf die individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten abgestimmt ist. Unternehmenskultur, Ressourcen, Beziehungsumfeld und die allgemeine Marktentwicklung sind maßgebende Faktoren für den digitalen Veränderungsprozess. Eine wichtige Rolle als Katalysator spielt der Druck von außen in Form von Erwartungshaltungen seitens Kunden, Partnern und (künftigen) Mitarbeitern.

Den Blick fürs Ganze entwickeln 

Ohne Gesamtbetrachtung des Unternehmens wird jedes Streben nach Digitalisierung in einer kostspieligen Sackgasse enden. Um die Entwicklung hin zu einer digitalen Organisation sinnvoll und nachhaltig zu gestalten, braucht es den Blick fürs Ganze. Nur wer die Komplexität und Wandelbarkeit des „Gesamtkunstwerks“ durchschaut, kann das darin schlummernde Erfolgspotenzial auch nutzen. Man kann es dabei nicht genug betonen: Es geht nicht um die Digitalisierung um jeden Preis, sondern den gezielten Einsatz digitaler Möglichkeiten. Dabei sollten zwei Dinge nicht aus den Augen geraten: Kontinuität und Wirtschaftlichkeit.

Strategie, Konzept, Umsetzung 

Gleich vorweg: Digitalisierung ist Chefsache. Hier dreht man an den elementaren Stellschrauben einer Organisation. Die Verantwortung dafür lässt sich nicht an die IT oder Fachabteilungen delegieren (selbstverständlich sollen und müssen diese Bereiche ein Mitspracherecht haben). In der Praxis bewährt hat sich eine dreiteilige Herangehensweise: 

  1. Strategie (Ist-Situation des Unternehmens, Stärken, Schwächen, Marktveränderungen, Rahmenbedingungen, Stakeholders, Muss- und Kann-Ziele usw.) 
  2. Konzept (Projektplanung und -steuerung, strategische Konformität, Zeitplan mit Etappen und Meilensteinen, Tools und Systeme, Kosten, Ressourcen usw.) 
  3. Umsetzung (Einführung neuer Systeme, Ablösung bestehender Anwendungen, Datenmanagement, Benutzerschulung usw.)

Kosten- und Nutzenanalyse

Digitalisierung macht nur Sinn (und auf die Dauer auch Freude), wenn das Verhältnis von Kosten und Nutzen stimmt. Dabei geht es nicht nur darum, ob ein Prozess digital unterstützt werden soll oder nicht. Es stellt sich auch die Frage, welche Anwendung dabei eingesetzt werden soll. Nicht jedes ERP-System ist gleich wie das andere. Eine Cloud-Unternehmenslösung beispielsweise bietet gegenüber einem On-Premise-System klare Vorteile hinsichtlich Kostenstruktur und mobiler Nutzung. Die Einführung eines integrierten Service-CRM-Systems hilft, mehr und bessere Serviceleistungen zu verkaufen und schneller zu erbringen. Dabei sollte man sich allerdings nicht auf das Bauchgefühl verlassen. Eine faktenbasierte Kosten-Nutzen-Analyse anhand von Ist-Daten (z.B. Durchlaufzeit, Anzahl Verkaufsabschlüsse usw.), erwartetem Optimierungspotenzial und nötiger Investitionen darf nicht fehlen. Da sieht man rasch und auf den Euro genau, wohin die Reise geht.

Weder Eintagsfliege noch Flickwerk  

Prozesse, Ressourcen und Ziele optimal in Einklang zu bringen, muss im Vordergrund der Digitalisierung stehen. Das Abwägen von Kosten und Nutzen ist dabei ebenso wichtig wie das ständige Analysieren von Verbesserungs- und Geschäftsmöglichkeiten. Digitalisierung ist weder Eintagsfliege noch Flickwerk. Deshalb braucht es sowohl kritisches Hinterfragen als auch mutiges Voranschreiten.