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Quo vadis Homeoffice – Zwischen Disruption und gelebter Alltag

von David Lauchenauer am 16.06.2020

Die Homeoffice-Thematik beschäftigt Deutschland seit vielen Jahren; die Vor- und Nachteile des Modells werden von Arbeitgebern, führenden Experten, dem Gesetzgeber und den Arbeitnehmern regelmäßig diskutiert. Fakt ist, dass durch die aktuellen Herausforderungen in 2020 viele Angestellte ins Homeoffice geschickt wurden und nun erstmalig ihre Arbeit primär aus den eigenen vier Wänden erledigen. Abgesehen von den akuten Homeoffice-Lösungen hat sich das Modell in den vergangenen Jahren stetig etabliert. Laut dem Statistikportal Statista gaben bei einer in 2018 durchgeführten Befragung 39% der Unternehmen an, ein Homeoffice-Angebot zu besitzen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fand in einer im November 2019 veröffentlichten Analyse heraus, dass knapp ein Viertel der befragten Unternehmen Homeoffice für die Beschäftigten offerieren. Einen gesetzlichen Anspruch auf einen Homeoffice-Arbeitsplatz besteht jedoch zurzeit noch nicht. Grund genug, um dem Thema einmal intensiv auf den Zahn zu fühlen.

 

Vorteile vom Homeoffice: Warum sollten Unternehmen eine Regelung einführen?

Die jährlich stattfindende Gallup-Studie, der Engagement Index Deutschland, konfrontiert Entscheider regelmäßig mit der bitteren Realität in deutschen Unternehmen. Die zuletzt in 2019 erschienene Publikation offenbarte, dass nur 15% der Befragten eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen haben; ganze 16% haben „innerlich gekündigt“. Darunter fallen oftmals Führungskräfte, die ihre Ideen nicht umsetzen können oder Facharbeiter, die sich von Verantwortlichen „im Stich gelassen“ fühlen, vor allem während Veränderungsprozessen und im Rahmen der Digitalisierung. Diese Ergebnisse gehen einher mit den Motivationsfaktoren in Unternehmen, nach denen Aspekte wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Sinnhaftigkeit im Tun als relevanter eingestuft werden als das Gehalt.
 
Ein großer Vorteil vom Homeoffice ist zweifelsohne die zusätzliche Flexibilität – und zwar für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zugleich. Letztere profitieren von einer besseren Ausübung ihrer Tätigkeit bei einer Fahrzeitersparnis und effizienteren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der Arbeitgeber profitiert ebenso von diesen Faktoren und kann damit den Angestellten zusätzliche Reize bei der Mitarbeitergewinnung und zur Mitarbeiterbindung schaffen. Dies steigert die Arbeitgeberattraktivität, wodurch Homeoffice somit einen wichtigen Teil zur Unternehmenskultur beitragen kann. Nebeneffekte wie eine gesteigerte Produktivität und eine verbesserte Ausnutzung von Büroflächen sprechen ebenfalls für die Einführung einer Homeoffice-Regelung im Betrieb.

 

Hemmnisse gegen das Homeoffice

Werden Unternehmen gefragt, warum Homeoffice nicht infrage kommt, wird primär angeführt, dass die jeweilige Tätigkeit dies grundsätzlich nicht zulässt. Während dies bei einem Mitarbeiter in der Produktion durchaus verständlich erscheint, wird dieses Argument oftmals auch für Personen in der Verwaltung oder im Vertrieb angewandt. Die gezwungene Einführung von Homeoffice in den letzten Monaten hat aber offenbart, dass vor allem andere Bedenken und Routine hier fälschlicherweise zu dieser Einschätzung führten. Vor allem ein imminenter Kontrollverlust kann hier angeführt werden. Trotzdem haben erste Unternehmen im Mai 2020 annonciert, dass sie zukünftig „Remote first“, also einen Großteil der Beschäftigten primär in das Homeoffice zu versetzen, agieren möchten, da die Vorteile entsprechende Hemmnisse überschatten. Dies setzt voraus, dass das jeweilige Unternehmen überhaupt die technischen Anforderungen für eine generelle Homeoffice-Regelung erfüllt. Immerhin 9% der Befragten gaben diesen Grund bei der IAB-Befragung als Hemmnis gegen eine Regelung an.
 
Keine Frage: die technische Infrastruktur für das Homeoffice ist zwingende Bedingung dafür, dass auch außerhalb der Büroräume am betrieblichen Prozess teilgenommen werden kann. Dies umfasst dabei nicht nur die Kommunikation über beispielsweise Microsoft Teams, Slack, ZOOM oder Skype, sondern vor allem die Verfügbarkeit aller kritischer Anwendungen. Die Cloud bietet für Unternehmen hierbei eine skalierbare Basis, um IT-Systeme zu betreiben. Cloudbasierte Business Software bietet dabei den Vorteil, dass diese grundsätzlich über das Internet bezogen wird. Somit ist nativ bereits die benötigte Mobilität verfügbar, um Modelle wie das Homeoffice oder das mobile Business zu unterstützen. Dabei sollten Unternehmen vor allem auf einen sicheren Serverstandort in Deutschland setzen und dabei darauf achten, dass das Service Level Agreement (kurz: SLA), welches Aspekte wie den benötigten Support und Verfügbarkeit zwischen Anbieter und Kunden regelt, die Anforderungen des Unternehmen abbildet. Mögliche Datenschutzbedenken, welche von 16% der Befragten der IAB-Studie als weiteres Hemmnis genannt wurden, lassen sich durch ein dediziertes Rechte-Management und einer verschlüsselten Verbindung zur Business Software in der Cloud aus dem Weg räumen. Und auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen kann weiterhin durchgeführt werden.

 

Recht auf Homeoffice-Arbeitsplatz: geplanter Gesetzesentwurf wird debattiert

Mit den Vorteilen ausgestattet, befeuerte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) im Mai 2020 die Debatte rund um das Homeoffice dahingehend, dass er einen entsprechenden Gesetzesentwurf, der einen grundsätzlichen Anspruch auf Homeoffice der Arbeitnehmer vorsieht, vorschlug. Dieser soll im Herbst als Gesetzesentwurf eingebracht werden. Damit ist die Thematik in der Mitte der Gesellschaft vorgedrungen und wird seitdem öffentlich diskutiert. Zum Vergleich ziehen die Befürworter zahlreiche Studien und Zahlen aus dem europäischen Ausland heran. Laut einer im März 2020 veröffentlichten Infografik vom Statistikdienst Statista, die den Anteil der Beschäftigten, die normalerweise von zu Hause aus arbeiten, im Jahre 2018 zeigt, liegt Deutschland mit 5% Anteil international betrachtet im Mittelfeld. Spanien und Großbritannien kamen auf 4,3% bzw. 4,4% während beispielsweise Österreich mit 10% bzw. die Niederlande, die eine entsprechende Gesetzesregelung verabschiedet haben, mit 14% zu den Spitzenreitern zählen. Ob es Anbetracht dieser Zahlen eine gesetzliche Regelung benötigt, bleibt daher offen.

 

Homeoffice als Ergänzung zu effizienten Büroräumen

Abschließend bleibt festzuhalten, dass das Arbeiten digitaler, ortsunabhängiger und mobiler wird. Modelle wie das Homeoffice etablieren sich weiterhin, New-Work-Ansätze werden auch in Zukunft Arbeitgeber mit neuen Herausforderungen konfrontieren. Für Entscheider in KMU bedeutet dies im Umkehrschluss, dass nicht nur die internen Prozesse angepasst, sondern ebenfalls die IT-Infrastruktur flexibel aufgestellt werden und diese mobile Geschäftsprozesse abbilden können muss. Die Cloud hat sich aufgrund ihrer Vorteile und dem Bezugsmodell Software-as-a-Service als einer der primären Wachstumstreiber in der IT herauskristallisiert. Mit dieser Basis gilt es nun eine zukunftsfähige IT-Infrastruktur aufzubauen, die auch Ansätze aus dem mobilen Business sowie New Work nativ unterstützt. Somit können Sie sich auf die Ausgestaltung einer Zusammenarbeit aus dem Homeoffice konzentrieren und eliminieren die IT als einschränkende Komponente.

Über den Autor: Dr. Robert Meyer

Dr. Robert Meyer ist seit 2011 Geschäfts­führer der myfactory International GmbH. Seine Leiden­schaft ist die Vermarktung von moderner Cloud ERP-Software über Online-Medien und Partner­vertrieb. Im Mittelpunkt steht bei ihm immer das Wohl von Anwendern, die eine funktional ausgereifte, leicht zu in­di­vidualisierende, intuitiv zu bedienende, auf allen Devices verwendbare, und mobil ein­setzbare Unternehmens-Software benötigen.

Über den Autor: Rainer Giersbach

Rainer Giersbach stieg 2000 in die IT-Branche über eine technische Hotline zu kfm. Unternehmens­software ein, wenig später übernahm er das Produkt Management für diesen Bereich. 2006 stieß er im Zuge einer Recherche zum Thema "Online-Warenwirtschaft" auf myfactory. Das Thema hat ihn nicht mehr losgelassen und seit 2007 gestaltet er als Program Manager die myfactory Software aktiv mit.

Über den Autor: Timo Bärenklau

Nach seinem erfolgreichen Studium mit Abschluss als Bachelor of Engineering im Studiengang „Internationales Technisches Vertriebsmanagement“ stieß Timo Bärenklau als Lead Spezialist zur myfactory International GmbH hinzu. Schon während seines Studiums entdeckte er seine Leidenschaft für Vertriebsoptimierung, besonders im Hinblick auf CRM-Systeme. Auch seine Bachelor-Arbeit hatte CRM als Schwerpunkt. Seit 2012 betreut er maßgeblich die Leadqualifizierung bei myfactory.

Über den Autor: Tobias Korch

Tobias Korch arbeitet seit März 2011 bei myfactory als Software-Entwickler. Seine Schwerpunkte sind die Produktionsplanung (PPS) und das Modul eCommerce. Er ist ein engagierter Verfechter des myfactory-Konzeptes EasyRelease, mit dem Partner updatesichere Zusatzprogramme zur myfactory Business Software erstellen können. Bei Partnern und Partner-Interessenten sind deshalb seine Programmierer-Schulungen und unterstützende Coachings sehr gefragt. Durch seine vieljährigen Praxiserfahrungen mit komplexen Softwareprojekten hat er den Kontakt zum Mittelstand und das Verständnis für Anforderungen und Problemstellungen der Unternehmen und Anwender. Wenn es nichts zu tun gibt (gibt es das eigentlich?) dann kümmert er sich um seine Familie, macht Musik oder interessiert sich für alles was mit IT zu tun hat.

Über den Autor: Jan Schweighart

Jan Schweighart arbeitete nach einem Software Engineering Studium an der Hochschule Konstanz als Software Entwickler für einen Software Dienstleister. Überzeugt von Produkt und Mentalität, kam er Ende 2013 zu myfactory wo er heute schwerpunktmäßig an der Weiterentwicklung von myfactory.CRM arbeitet. Herr Schweighart hatte früher mal Hobbies, Freunde und ein soziales Leben, so wird zumindest berichtet. Heute ist er Vater einer kleinen Tochter ;)

Über den Autor: Dr. Mathias Hamp

Dr. Mathias Hamp ist Kommunikations- experte und entwickelt Kommunikations- strategien zur Vermarktung von Ideen, Waren und Marken. Seit 2015 verantwortet er für myfactory den Bereich Online Marketing.

Über den Autor: David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe.

Über den Autor: Stefan Girschner

Stefan Girschner (* 1967) berichtet als Fachjournalist seit vielen Jahren über Neuheiten und Trends in der IT-Branche. Seine journalistische Laufbahn startete er 1999 bei der Fachzeitschrift e-commerce magazin (ehemals IWT Magazin Verlag), wo er bis 2003 als Redakteur tätig war. Seit 2004 ist er freiberuflich für verschiedene Fachzeitschriften und Online-Portale in den Bereichen Unternehmens-IT, Computing sowie Wirtschaft und Industrie tätig. Darüber hinaus arbeitet er als Lektor und in der Schlussredaktion für Verlage und Agenturen. Von 2010 bis 2016 hatte er die redaktionelle Leitung des Digitalbusiness Magazin (WIN-Verlag) inne. Seit 2016 schreibt er wieder verstärkt für bekannte IT-Fachzeitschriften und -Portale.

Über die Autorin: Sandra Bültermann

Sandra Bültermann (*1975) ist seit 1999 als Technische Redakteurin tätig. Als langjährige Mitarbeiterin bei Fachzeitschriften, Agenturen und Softwareunternehmen verfügt sie über umfassende Kenntnisse in den Bereichen IT, Kommunikation und Contentmanagement. Ihre Kernkompetenz liegt darin, komplexe, technische Themen verständlich und zielgruppenorientiert aufzubereiten.
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