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Optimieren Sie Ihre Lagerhaltung für den Web-Shop

von David Lauchenauer am 14.04.2020

72,76 Milliarden Euro Umsatz bei 69,1 Millionen Nutzer – das ist laut dem Statistikdienst Statista die Prognose für E-Commerce in Deutschland im Jahre 2020. Im Vergleich zum Vorjahr entspräche dies einem Umsatzwachstum von 10,7 %. Bis zum Jahre 2024 wird sogar ein Umsatz in Höhe von 97,25 Milliarden Euro prognostiziert. Damit zählt der E-Commerce auch weiterhin zu einem der größten Wachstumsmärkte in Deutschland. Für die Unternehmen bedeutet dies, dass sie Mittel und Wege finden sollten, um in diesem Markt eine Rolle zu spielen. Ein Web-Shop ist dabei ein gängiger Ansatz, der einige eigene Herausforderungen mit sich bringt. Dazu zählen zum Beispiel die generelle Logistik, das Retourenmanagement oder die Lagerhaltung. Wie Unternehmen die letztgenannte Lagerhaltung für ihren Web-Shop optimieren können, beschreibt dieser Artikel.
 

Unmissverständliche Kundenanforderungen

Der weltgrößte Online-Händler Amazon, dessen Gründer Jeff Bezos im März 2020 noch immer als reichster Mensch der Welt gilt, legt im kompetitiven E-Commerce-Marktumfeld stetig die Latte höher hinsichtlich Käufer-Erlebnis und Geschwindigkeit. Durch Einführung von „Same-day-deliveries“, also Lieferungen am selben Tag, entwickeln die typischen Online-Einkäufer eine generelle Erwartungshaltung hinsichtlich der Liefergeschwindigkeit. Diese wird automatisch zum Standard erklärt, kaum ein Nutzer möchte heutzutage noch mehrere Tage auf eine Lieferung warten. In der Folge müssen sich Online-Händler an Amazon messen lassen. Unabhängig davon, wie schnell eine Lieferung tatsächlich zugestellt werden kann, gilt, dass es auf einen reibungslosen Ablauf und möglichst stringente Prozesse ankommt. Diese beginnen in der Sekunde, wenn der Kunde seine Bestellung aufgibt und enden in dem Moment, wenn er seine Lieferung empfängt. Insbesondere wenn mit einem Onlineshop gestartet wird, liegt der Fokus häufig auf den Produkten und weniger auf den beschriebenen Prozessen. Nicht selten führt dies zu unzufriedenen Kunden, obwohl die Produkte selbst die Kundenanforderungen erfüllen.

 

Die Rolle der Lagerhaltung

Um Produkte digital verkaufen zu können, müssen diese an irgendeiner Stelle real vorrätig sein. Hierbei ist zu unterscheiden, ob ein Betrieb selbst produzierte Güter vertreiben möchte oder schlichtweg als Händler fungiert. Viele produzierende Betriebe verfügen bereits grundsätzlich über Lagerkapazitäten, da der produzierte Output sich nicht immer mit der Nachfrage deckt. Da Lagerflächen kostenintensiv sind, bietet ein Onlineshop die Möglichkeit, die Produktion besser zu takten oder gar auf eine Just-in-time-Produktion umzustellen. Hierfür benötigt es ganzheitlich integrierte Prozesse über die gesamte Supply Chain hinweg, da auch Wareneingang, Produktion und Qualitätssicherung koordiniert werden müssen. Dieses logistikorientierte Steuerungskonzept hat es sich zur Aufgabe gemacht, Lagerkapazitäten auf ein Minimum zu reduzieren.
 
Für Handelsbetriebe ist die Lagerhaltung von essenzieller Bedeutung. Die Größe des verfügbaren Lagerbestandes hat Auswirkungen auf die Menge an Waren, die eingekauft werden können. Somit besteht eine Korrelation zwischen der Lagergröße und dem Einkaufspreis. Dies betrifft ebenfalls Verpackungsmaterial, welches in größeren Mengen für einen weiteren Preisvorteil sorgt. Für viele Online-Händler ist somit die Lagerhaltung essenziell für die Kosteneffizienz. Bei Betrieb eines eigenen Lagers gilt dieses als einer der primären Kostenfaktoren: Miete, Versicherungen, Personal und Gerätschaften sorgen für Fixkosten, die auf die Produkte umgeschlagen werden müssen. Für Online-Händler ist es demnach essenziell, einen hohen Durchlauf von Produkten zu besitzen; die Lagerzeiten sollten möglichst auf ein Minimum reduziert werden. Hierfür ist eine perfekte Orchestration zwischen Einkauf, Marketing, Kommissionierung und Retourenmanagement notwendig.

 

Prozessoptimierungen für Onlineshops

Für ein erfolgreiches E-Commerce-Projekt benötigt es ein Zusammenspiel unterschiedlicher Abteilungen und Systeme. Nutzer sind inzwischen daran gewöhnt, dass bei der Artikelübersicht im Onlineshop die vorrätige Menge und die voraussichtliche Lieferzeit dargestellt werden. Die Abbruchrate wird von diesen Informationen stark beeinflusst. Obwohl es sich hierbei um ein relativ überschaubares Feature handelt, setzt dies bereits die Integration von ERP und Onlineshop voraus. Ebenso müssen Bestellungen möglichst zeitnah zur Kommissionierung übergeben und der Logistiker informiert werden. Dies erfordert weitere Anbindungen, um keinen Zeitverlust und die beste Customer Experience zu gewährleisten. Der Aspekt des Social Selling, bei dem Produkte aus dem Retail-Bereich direkt aus den Social Media Beiträgen heraus erworben werden können, hat in den letzten zwei Jahren massiv an Bedeutung hinzugewonnen. Für die Prozesse des Online-Händlers entsteht damit eine weitere Komplexitätsebene, die bedient werden muss.
 
Hat es vor einigen Jahren für erfolgreiches E-Commerce gereicht, eine Integration von ERP und Webshop zu schaffen, benötigt es im Jahre 2020 eine tiefergehende Integrationsebene. Die beginnt häufig bereits damit, dass das gesamte Geschäftsmodell und der Unternehmenszweck auf den digitalen Produktvertrieb hin optimiert werden. Darauf aufbauend, muss sichergestellt werden, dass alle Prozesse möglichst automatisiert Hand in Hand greifen. Das ERP avanciert in diesem Zusammenhang zum zentralen Dreh- und Angelpunkt für einen integrativen Prozess. In der Folge gewinnen ganzheitliche ERP-Systeme, die einen Onlineshop, Finanzen und Produktion im Standard bereits unterstützen, immer mehr an Bedeutung. Die typische Lagerhaltung selbst ist es, die bei integrativen Systemen und automatisierten Prozessen in den Hintergrund rückt und eher als Mittel zum Zweck dient. Als Folge optieren immer mehr Unternehmen dazu, das Fulfillment outzusourcen oder das Geschäftsmodell ganz auf das Streckengeschäft umzumünzen. Ein Ansatz, der den Vertrieb über große Marktplätze wie Amazon deutlich vereinfacht hat. Das Streckengeschäft setzt ebenso wie eine Just-in-time-Produktion oder dem Fertigungsprinzip „Make to Order“, welches vor allem für die Produktion von kundenindividuellen Produkten Anwendung findet, nahtlose Prozesse voraus.
 
Abschließend lässt sich festhalten, dass es verschiedene Ansätze gibt, um die Lagerhaltung möglichst optimal zu gestalten. Basis für jede Form des effektiven E-Commerce ist eine hohe Integrationstiefe der eingesetzten Software, um das Kundenerlebnis bestmöglich zu gestalten. Ganzheitliche Ansätze, die Integrationen als Standard führen und an Trends adaptiert werden können, bieten ein modernes Fundament, um das Thema der Lagerhaltung im Web-Shop auf ein Minimum zu reduzieren. So bleibt mehr Zeit für die Themen, die wirklich zählen: Kunden mit Produkten und der bestmöglichen Erfahrung zu begeistern.

Über den Autor: Dr. Robert Meyer

Dr. Robert Meyer ist seit 2011 Geschäfts­führer der myfactory International GmbH. Seine Leiden­schaft ist die Vermarktung von moderner Cloud ERP-Software über Online-Medien und Partner­vertrieb. Im Mittelpunkt steht bei ihm immer das Wohl von Anwendern, die eine funktional ausgereifte, leicht zu in­di­vidualisierende, intuitiv zu bedienende, auf allen Devices verwendbare, und mobil ein­setzbare Unternehmens-Software benötigen.

Über den Autor: Rainer Giersbach

Rainer Giersbach stieg 2000 in die IT-Branche über eine technische Hotline zu kfm. Unternehmens­software ein, wenig später übernahm er das Produkt Management für diesen Bereich. 2006 stieß er im Zuge einer Recherche zum Thema "Online-Warenwirtschaft" auf myfactory. Das Thema hat ihn nicht mehr losgelassen und seit 2007 gestaltet er als Program Manager die myfactory Software aktiv mit.

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Nach seinem erfolgreichen Studium mit Abschluss als Bachelor of Engineering im Studiengang „Internationales Technisches Vertriebsmanagement“ stieß Timo Bärenklau als Lead Spezialist zur myfactory International GmbH hinzu. Schon während seines Studiums entdeckte er seine Leidenschaft für Vertriebsoptimierung, besonders im Hinblick auf CRM-Systeme. Auch seine Bachelor-Arbeit hatte CRM als Schwerpunkt. Seit 2012 betreut er maßgeblich die Leadqualifizierung bei myfactory.

Über den Autor: Tobias Korch

Tobias Korch arbeitet seit März 2011 bei myfactory als Software-Entwickler. Seine Schwerpunkte sind die Produktionsplanung (PPS) und das Modul eCommerce. Er ist ein engagierter Verfechter des myfactory-Konzeptes EasyRelease, mit dem Partner updatesichere Zusatzprogramme zur myfactory Business Software erstellen können. Bei Partnern und Partner-Interessenten sind deshalb seine Programmierer-Schulungen und unterstützende Coachings sehr gefragt. Durch seine vieljährigen Praxiserfahrungen mit komplexen Softwareprojekten hat er den Kontakt zum Mittelstand und das Verständnis für Anforderungen und Problemstellungen der Unternehmen und Anwender. Wenn es nichts zu tun gibt (gibt es das eigentlich?) dann kümmert er sich um seine Familie, macht Musik oder interessiert sich für alles was mit IT zu tun hat.

Über den Autor: Jan Schweighart

Jan Schweighart arbeitete nach einem Software Engineering Studium an der Hochschule Konstanz als Software Entwickler für einen Software Dienstleister. Überzeugt von Produkt und Mentalität, kam er Ende 2013 zu myfactory wo er heute schwerpunktmäßig an der Weiterentwicklung von myfactory.CRM arbeitet. Herr Schweighart hatte früher mal Hobbies, Freunde und ein soziales Leben, so wird zumindest berichtet. Heute ist er Vater einer kleinen Tochter ;)

Über den Autor: Dr. Mathias Hamp

Dr. Mathias Hamp ist Kommunikations- experte und entwickelt Kommunikations- strategien zur Vermarktung von Ideen, Waren und Marken. Seit 2015 verantwortet er für myfactory den Bereich Online Marketing.

Über den Autor: David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe.

Über den Autor: Stefan Girschner

Stefan Girschner (* 1967) berichtet als Fachjournalist seit vielen Jahren über Neuheiten und Trends in der IT-Branche. Seine journalistische Laufbahn startete er 1999 bei der Fachzeitschrift e-commerce magazin (ehemals IWT Magazin Verlag), wo er bis 2003 als Redakteur tätig war. Seit 2004 ist er freiberuflich für verschiedene Fachzeitschriften und Online-Portale in den Bereichen Unternehmens-IT, Computing sowie Wirtschaft und Industrie tätig. Darüber hinaus arbeitet er als Lektor und in der Schlussredaktion für Verlage und Agenturen. Von 2010 bis 2016 hatte er die redaktionelle Leitung des Digitalbusiness Magazin (WIN-Verlag) inne. Seit 2016 schreibt er wieder verstärkt für bekannte IT-Fachzeitschriften und -Portale.

Über die Autorin: Sandra Bültermann

Sandra Bültermann (*1975) ist seit 1999 als Technische Redakteurin tätig. Als langjährige Mitarbeiterin bei Fachzeitschriften, Agenturen und Softwareunternehmen verfügt sie über umfassende Kenntnisse in den Bereichen IT, Kommunikation und Contentmanagement. Ihre Kernkompetenz liegt darin, komplexe, technische Themen verständlich und zielgruppenorientiert aufzubereiten.
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