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Führen wie Google: Was ist die OKR-Methode?

von David Lauchenauer am 21.07.2020

Die kalifornische Google LLC ist eines der bekanntesten Internet-Unternehmen der Welt. Im Jahr 2019 erwirtschaftete der Suchmaschinen-Gigant laut dem Statistikportal Statista 160,7 Milliarden US-Dollar Umsatz. Grund genug, um sich mit den Erfolgsfaktoren des Unternehmens zu beschäftigen. In diesem Zusammenhang wird immer wieder das Leadership von Google hervorgehoben, welches dazu führt, dass die Mitarbeiter besonders effizient ihre Arbeit erledigen. So gibt es unterschiedliche Berichte darüber, dass Google-Mitarbeiter etwa 70-80% ihrer Arbeitszeit operativ und 20-30% eigenen Projekten widmen sollten. Manche von diesen schaffen dann auch den Sprung in das Google Portfolio, das bekannte Beispiel ist Google Maps. Um hier die Kontrolle zu bewahren, benötigt es einen ganzen Strauß an Management-Methoden. Die OKR-Methode ist hierbei eine der bekanntesten Maßnahmen, die das kalifornische Unternehmen einsetzt.

 

Definition: Was ist die OKR-Methode?

Die Abkürzung OKR steht für „Objectives and Key Results“, also ins Deutsche übersetzt so viel wie „Ziele und Schlüsselergebnisse“ und beschreibt eine primär im amerikanischen Silicon Valley angewandte und durch Google berühmt gewordene Management-Methode. Der Grundgedanke ist hierbei simpel: Alle Beteiligten im Unternehmen arbeiten gemeinsam an Zielen, die der gesamten Unternehmensvision dienen. Jedes Quartal werden diese Zielsetzungen dann reflektiert, analysiert und neue Vereinbarungen getroffen. Dabei sitzt das gesamte Unternehmen bildlich gesprochen im selben Boot, denn jeder Mitarbeiter – vom einfachen Sachbearbeiter bis zur Unternehmensführung – überlegt sich maximal fünf Ziele mit jeweils höchstens vier Schlüsselergebnissen. Auch für Abteilungen und Teams können sich die jeweiligen Mitglieder auf gemeinsame Ziele festlegen. Durch diese Vorgehensweise ist sichergestellt, dass das gesamte Unternehmen möglichst fokussiert an den Themen arbeitet, die der großen Unternehmensvision dienlich sind. Bei korrekter Ausführung kann eine entsprechende Effizienz erreicht werden. Da eine effiziente Nutzung von Ressourcen im Mittelpunkt der OKR-Methodik steht, ist diese nicht nur für Startups populär, sondern vor allem KMUs können durch Nutzung dieser Herangehensweise profitieren und ihre limitierten Ressourcen optimal einsetzen.

 

Wie funktioniert die OKR-Methodik?

Die tatsächliche Anwendung des Business-Modells lässt sich am besten an einem Beispiel festmachen, beispielsweise an einem Handelsunternehmen für Sport- und Fitnessgeräte. Mithilfe von Business-Modellen wie den „Why-Circles“, bei denen man sich von außen nach innen mit den Werten des Unternehmens beschäftigt (Was macht das Unternehmen? Wie arbeitet der Betrieb? Warum existiert das Unternehmen bzw. was treibt es an?), lässt sich eine Vision definieren, auf die alle Beteiligten des Unternehmens eingeschworen werden. In obigem Beispiel könnte eine mögliche Vision beispielsweise so lauten: „Mithilfe moderner, smarter und qualitativ hochwertiger Fitnessgeräte soll die Gesundheit unserer Kunden verbessert und die Lebensqualität gesteigert werden.“ Die Vision dient dabei als Kursmarke, an der alle Tätigkeiten ausgerichtet werden sollen. Was nicht der Unternehmensvision dienlich ist, gehört unterlassen.
 
Auf Basis der gemeinsam definierten Vision gilt es dann einzelne Zwischenschritte, also die Ziele, zu bestimmen. Bei obigem Beispiel könnte ein Ziel beispielsweise lauten, dass ein bestehendes B2B-Händlerportal für smarte Fitnessgeräte im Markt zu etablieren ist. Die große Vision wird hierbei in für ein Quartal realistische Ziele heruntergebrochen. Die Zielsetzung sollte hierbei von den Teams bzw. Abteilungen etwa zur Hälfte selbständig gewählt und zur Hälfte vom Management vorgegeben werden durch eigene Zielsetzungen bzw. einer entsprechenden Strategie.
Zuletzt gilt es dann die entsprechenden Ziele in Schlüsselergebnisse herunterzubrechen, die in maximal vier Kennziffern zusammengefasst werden können. Das obige Ziel der Etablierung des Händlerportals beachtend, könnten mögliche Kennzahlen beispielsweise wie folgt lauten:
  • Die Anzahl angeschlossener Händler von 10 auf 25 zu erhöhen
  • Bestehende Händler sollen ihre Produktauswahl um 15% vergrößern
  • Die Geschwindigkeit von Datensynchronisationen via API soll um 50% verbessert werden
Entsprechende Kennziffern sollten möglichst nach der SMART-Methodik erfasst und ausgewertet werden, um Fortschritt transparent sichtbar zu machen.

 

Vorteile der OKR-Methode

Zugegebenermaßen ist der OKR-Managementansatz nicht von Google erfunden worden, die Entstehung geht auf den Chiphersteller Intel in den 1970er Jahren zurück. Trotz der Historie erfreut sich die Methodik vor allem in Zeiten der Digitalisierung größter Beliebtheit. Der Primärgrund ist hierbei die Fokussierung auf die wirklich wichtigen Projekte, die auf die Unternehmensziele einzahlen. Darunter fallen nicht nur konkrete Maßnahmen zu bestehenden Projekten, sondern auch die Einführung neuer Unternehmensanwendungen, Geschäftsmodelle oder Prozesse. Durch die Transparenz wissen alle Mitarbeiter zu jeder Zeit, auf welche Ziele sie sich konzentrieren müssen und können ihre jeweiligen Tätigkeiten mess- und darstellbar machen. Unnötige Tätigkeiten, die nicht die gesetzten Ziele vorantreiben, können besser identifiziert und ausgemerzt werden.
 

Agile Managementmethoden benötigen agile Software

Die OKR-Methode gilt aufgrund der quartalsweisen Iterationen zu einer der modernen, agilen Managementmethoden, die beispielsweise auch aus der Software-Entwicklung bekannt sind. Damit entsprechende Methodiken effektiv umgesetzt, Ziele ganzheitlich erfasst und berichtet werden können, benötigt es eine heterogene System-Architektur mit agiler Unternehmenssoftware und ohne Medien- bzw. Systembrüche. Die Teams sind angehalten an der Erfüllung der Unternehmensvision zu arbeiten und sollten sich dabei nicht von Hindernissen hinsichtlich einer veralteten Systemlandschaft einengen lassen. Die OKR-Methode wird in diesem Zuge oftmals im Rahmen eines Digitalisierungsprojektes angewandt, häufig kommt sie ebenfalls während oder nach der Einführung einer Unternehmenssoftware zum Einsatz. Wurde beispielsweise ein ganzheitliches ERP-System eingeführt, welches CRM, Warenwirtschaft, Produktion und E-Commerce inkludiert, gilt es anschließend die Potenziale auszuschöpfen. Das obige Beispiel des Fitness-Herstellers könnte hierbei ein typischer Fall eines Handelsunternehmens sein. Denn eines ist klar: Die Digitalisierung benötigt vor allem agile Herangehensweisen, die sich auf veränderte Marktsituationen anpassen lässt. Und dies setzt wiederum voraus, dass Ihre Unternehmenssoftware ebenfalls auf veränderte Bedingungen flexibel reagieren kann. Ob Sie dann auf die von Google angewandte Managementmethode setzen oder für Ihr Unternehmen ein eigenes Leadership-Modell entwickeln: Ihre IT sollte kein limitierender Faktor darstellen, wenn es darum geht, die Digitalisierung aktiv voranzutreiben.

Über den Autor: Dr. Robert Meyer

Dr. Robert Meyer ist seit 2011 Geschäfts­führer der myfactory International GmbH. Seine Leiden­schaft ist die Vermarktung von moderner Cloud ERP-Software über Online-Medien und Partner­vertrieb. Im Mittelpunkt steht bei ihm immer das Wohl von Anwendern, die eine funktional ausgereifte, leicht zu in­di­vidualisierende, intuitiv zu bedienende, auf allen Devices verwendbare, und mobil ein­setzbare Unternehmens-Software benötigen.

Über den Autor: Rainer Giersbach

Rainer Giersbach stieg 2000 in die IT-Branche über eine technische Hotline zu kfm. Unternehmens­software ein, wenig später übernahm er das Produkt Management für diesen Bereich. 2006 stieß er im Zuge einer Recherche zum Thema "Online-Warenwirtschaft" auf myfactory. Das Thema hat ihn nicht mehr losgelassen und seit 2007 gestaltet er als Program Manager die myfactory Software aktiv mit.

Über den Autor: Timo Bärenklau

Nach seinem erfolgreichen Studium mit Abschluss als Bachelor of Engineering im Studiengang „Internationales Technisches Vertriebsmanagement“ stieß Timo Bärenklau als Lead Spezialist zur myfactory International GmbH hinzu. Schon während seines Studiums entdeckte er seine Leidenschaft für Vertriebsoptimierung, besonders im Hinblick auf CRM-Systeme. Auch seine Bachelor-Arbeit hatte CRM als Schwerpunkt. Seit 2012 betreut er maßgeblich die Leadqualifizierung bei myfactory.

Über den Autor: Tobias Korch

Tobias Korch arbeitet seit März 2011 bei myfactory als Software-Entwickler. Seine Schwerpunkte sind die Produktionsplanung (PPS) und das Modul eCommerce. Er ist ein engagierter Verfechter des myfactory-Konzeptes EasyRelease, mit dem Partner updatesichere Zusatzprogramme zur myfactory Business Software erstellen können. Bei Partnern und Partner-Interessenten sind deshalb seine Programmierer-Schulungen und unterstützende Coachings sehr gefragt. Durch seine vieljährigen Praxiserfahrungen mit komplexen Softwareprojekten hat er den Kontakt zum Mittelstand und das Verständnis für Anforderungen und Problemstellungen der Unternehmen und Anwender. Wenn es nichts zu tun gibt (gibt es das eigentlich?) dann kümmert er sich um seine Familie, macht Musik oder interessiert sich für alles was mit IT zu tun hat.

Über den Autor: Jan Schweighart

Jan Schweighart arbeitete nach einem Software Engineering Studium an der Hochschule Konstanz als Software Entwickler für einen Software Dienstleister. Überzeugt von Produkt und Mentalität, kam er Ende 2013 zu myfactory wo er heute schwerpunktmäßig an der Weiterentwicklung von myfactory.CRM arbeitet. Herr Schweighart hatte früher mal Hobbies, Freunde und ein soziales Leben, so wird zumindest berichtet. Heute ist er Vater einer kleinen Tochter ;)

Über den Autor: Dr. Mathias Hamp

Dr. Mathias Hamp ist Kommunikations- experte und entwickelt Kommunikations- strategien zur Vermarktung von Ideen, Waren und Marken. Seit 2015 verantwortet er für myfactory den Bereich Online Marketing.

Über den Autor: David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe.

Über den Autor: Stefan Girschner

Stefan Girschner (* 1967) berichtet als Fachjournalist seit vielen Jahren über Neuheiten und Trends in der IT-Branche. Seine journalistische Laufbahn startete er 1999 bei der Fachzeitschrift e-commerce magazin (ehemals IWT Magazin Verlag), wo er bis 2003 als Redakteur tätig war. Seit 2004 ist er freiberuflich für verschiedene Fachzeitschriften und Online-Portale in den Bereichen Unternehmens-IT, Computing sowie Wirtschaft und Industrie tätig. Darüber hinaus arbeitet er als Lektor und in der Schlussredaktion für Verlage und Agenturen. Von 2010 bis 2016 hatte er die redaktionelle Leitung des Digitalbusiness Magazin (WIN-Verlag) inne. Seit 2016 schreibt er wieder verstärkt für bekannte IT-Fachzeitschriften und -Portale.

Über die Autorin: Sandra Bültermann

Sandra Bültermann (*1975) ist seit 1999 als Technische Redakteurin tätig. Als langjährige Mitarbeiterin bei Fachzeitschriften, Agenturen und Softwareunternehmen verfügt sie über umfassende Kenntnisse in den Bereichen IT, Kommunikation und Contentmanagement. Ihre Kernkompetenz liegt darin, komplexe, technische Themen verständlich und zielgruppenorientiert aufzubereiten.
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