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Wie sieht Cloud ERP Software in fünf Jahren aus?

von Dr. Robert Meyer am 04.07.2015

Wer Cloud ERP Software herstellt, muss sich täglich mit der Zukunft auseinandersetzen. Heute wird emsig in vielen Entwicklungsabteilungen daran gearbeitet, was sich in den nächsten Jahren auf dem Markt durchsetzen wird. Immer wieder höre ich die Frage: ERP-Software gibt es doch schon seit vielen Jahrzehnten, kann es da überhaupt noch Veränderungen, kann es da noch Innovation geben?

Ich persönlich denke, dass bei Cloud ERP die größten Innovationen genau in den nächsten fünf Jahren entstehen werden. In den nächsten fünf Jahren wird es mehr Veränderung geben als in den 50 Jahren davor. In den nächsten fünf Jahren werden sich die ERP-Hersteller mit dem größten Entwicklungspotenzial deutlich von der breiten Masse der ERP-Hersteller absetzen. Im Wesentlichen liegt das meiner Meinung nach daran, dass gerade jetzt und heute ein Pulverfass von globalen und menschlichen Entwicklungen auf eine brennende Zündschnur von neuen Technologien trifft. Diese Tendenzen und Technologien verstärken sich gegenseitig und werden die Art und Weise wie wir in wenigen Jahren ERP-Systeme nutzen werden, völlig umkrempeln und auf eine neue Stufe stellen.

Der Trend geht zur Vollautomatisierung

Viele halten die Gegenwart für das Ergebnis steter Fortentwicklung, die uns einen immer bequemeren Lebensstil erlaubt. Unsere Arbeit wird größtenteils durch Maschinen oder Computer gestützt und verläuft in vielen Bereichen schon vollautomatisiert. Dieser Trend wird sicherlich auch weiter anhalten – wenn nicht sogar an Bedeutung gewinnen. Viele Menschen wünschen sich heute, dass die physische Arbeit komplett durch Maschinen übernommen wird. Das ist schon machbar. Auch die geistige Arbeit wird in immer größerem Maße durch Computer ersetzt. Auf der Grundlage umfangreicher Datenanalysen besorgen schon heute ein paar wenige Spezialisten in Teamarbeit mit Maschinen und Computern große Teile der Wertschöpfung. Da drängt sich einem die Frage auf, was den Menschen von morgen außer der Nahrungsmittelaufnahme, dem sinn- und ziellose Spazierenfahren und der Berieselung durch Entertainment als Zeitvertreib bleiben wird?
Auf der Kehrseite dieser vermeintlichen Fortentwicklung steht ein steigender Ressourcenverbrauch und immer weniger Freiheiten. Energie, Nahrungsmittel, Grund und Boden, freie Verkehrswege, alles wird immer knapper, weil immer mehr Menschen immer höhere Mengen konsumieren. Wo bleibt die individuelle Freiheit ist bereits eingeleitet (wo gibt es noch freie Fahrt für freie Bürger?) und als nächstes wird die Verschwendung von Ressourcen immer energischer kontrolliert und reduziert werden müssen. Computer werden bestimmen, wie schnell man fahren darf, wie viel Energie das eigene Heim verbrauchen darf. Im Rahmen von „Precision Farming“ werden Computer errechnen auf welches Pflänzchen auf welchem Feld wie viel Dünger bzw. Pflanzenschutz anzuwenden ist.

Captain Future in der Maschinenstadt

Bestimmt wird es auch weiterhin signifikante Veränderungen in der Rechner- und Speicherleistung geben. Dabei gibt es Verbesserungspotenzial in alle drei Dimensionen gleichzeitig. Schneller, billiger, kleiner. In fünf Jahren werden vermutlich alle neuen Produkte mit einem Wert über zehn Euro einen eigenen Prozessor haben und jederzeit kabellos mit dem Internet verbunden sein. Diese Objekte und ihre Benutzer sind dann per Tracking jederzeit lokalisierbar und der Weg des Produktes kann per Tracing jederzeit verfolgt werden. Eine mit dem Internet verbundene Kamera wird schon für unter einen Euro erhältlich sein. Viele Maschinen und Produkte werden bereits damit ausgestattet sein. So wird es per Telepräsenz möglich sein ohne physische Präsenzvisuelle Eindrücke von fremden Umgebungen zu gewinnen .
Wenn dann diese Maschinen bzw. Produkte noch auf das Umfeld einwirken, werden wir massenhaft Teleoperation erleben z.B. durch Drohnen oder ferngesteuerte Roboter. Damit lässt sich dann endlich für viele Menschen das ideale Arbeiten realisieren: Zuhause gemütlich auf der Couch sitzend per Fernsteuerung Roboter draußen in der Kälte die gefährliche und anstrengende Arbeit verrichten lassen. Computer selber treten dann in den Hintergrund, weil die Rechenleistung in der Cloud zur Verfügung steht. Es wird keine PCs, keine Tablets, keine Smartphones mehr geben. Sondern nur noch in die Kleidung integrierte tragbare Sensoren, die u.a. Gesten und Sprache erkennen. Displays gibt es dann überall egal ob zu Hause oder in der Natur, sofern noch etwas davon übrig geblieben ist.
Die Möglichkeiten der Datensammlung und deren Auswertung werden immens ansteigen. Da jedes Produkt jede Sekunde seinen Standort und diverse Auswertungen seines Umfelds ans Internet übermittelt, werden diese Daten mit anderen Daten (z.B. Daten über den Nutzer) kombinierbar und daraus Daten über das individuelle Nutzerverhalten extrahierbar. Die Datenverwaltung tritt dann in den Hintergrund, die Vorhersage (Prediction) von Ereignissen wird möglich und man wird viel Geld damit verdienen können, indem man die Vorhersage für individuelle Nutzerbeeinflussungen (Individual Marketing) oder für das Unterbinden unerwünschter Handlungen (Prevention) benutzt.
Kaufen und Zahlen kommt total aus der Mode. Man kann sich jederzeit ein Produkt nehmen und einfach nutzen so lange man möchte. Da die Hersteller sowieso genau wissen, wie lange das Produkt und der Nutzer zusammen an der gleichen Geolokation sind, wird einfach die präzise Nutzungsdauer errechnet und die Nutzungsgebühr automatisch vom Konto des Nutzers abgebucht.

Cloud ERP Funktionalität im Jahr 2020

Die in den nächsten fünf Jahren stattfindenden Veränderungen bei Mensch und Technologie hat direkte Auswirkungen auf die Funktionalität, die eine ERP-Software in 5 Jahren leisten muss:
Die Nutzer werden erwarten, dass die Software eine gigantische Menge an Tracking und Tracing-Daten auswertet, um logistisches Routing zu optimieren, fortwährend Bestandsauskünfte ohne Inventur oder zu buchende Warenein- oder Ausgänge aktualisiert sowie die Fakturierung von Nutzergebühren automatisch übernimmt. Vor allem wird im Jahr 2020 aber ein sofort reagierendes, präzise auf den einzelnen Nutzer oder Interessenten ausgerichtetes Marketing erwartet.
Die Software muss große Datenmengen kombinieren und auswerten können wie Unternehmensdaten, Geodaten, Nutzerverhalten, Social Media sowie allgemeine Internetinformation. Die ERP Software wird mit vorausschauender Analytik selbst ins kleinste Detail Handlungsempfehlungen für den Anwender erarbeiten: So würden die ERP-Systeme der Zukunft melden:
Du musst heute 2 Kunden anrufen, weil die schon länger nichts mehr bestellt haben, weil deren Zahlungs-Pünktlichkeit in den letzten zwei Monaten nachgelassen hat und weil die sich in diversen Internet-Foren nach Empfehlungen für alternative Produkte/ Marken umgesehen haben….
In solchen Fällen ist der Mensch dann sinnvoll einzusetzen, weil er unter Umständen die Kundenbindung des Kunden durch die persönliche Kontaktaufnahme wieder verbessern kann. Andere Arbeiten und Entscheidungen wird allerdings gleich die ERP-Software übernehmen, z.B. Preisverhandlungen mit Lieferanten, Preisentscheidungen für die eigenen Produkte, und vielleicht sogar letztlich auch noch Entscheidungen über Produkt-Features und angebotenes Sortiment.

Auf die Hersteller von ERP-Software kommt daher in den nächsten Jahren ein gewaltiger Konzeptions- und Programmieraufwand zu. Besonders gerüstet für diese Herausforderung sind ERP-Hersteller, die bereits viel Erfahrung mit dem Internet gesammelt haben (Cloud Readiness), die auch Module für eCommerce anbieten (da sich dort neue Ideen und Technologien schneller durchsetzen) und auch Hersteller, die schon ERP-Software mit integrierten Social Media Informationen realisiert haben.

Wie sehen Sie die Zukunft des ERP in fünf Jahren? Sehen Sie spezielle Anforderungen, die heutzutage noch unmöglich erscheinen? Wir freuen uns auf Ihre Eingebungen.

Über den Autor: Dr. Robert Meyer

Dr. Robert Meyer ist seit 2011 Geschäfts­führer der myfactory International GmbH. Seine Leiden­schaft ist die Vermarktung von moderner Cloud ERP-Software über Online-Medien und Partner­vertrieb. Im Mittelpunkt steht bei ihm immer das Wohl von Anwendern, die eine funktional ausgereifte, leicht zu in­di­vidualisierende, intuitiv zu bedienende, auf allen Devices verwendbare, und mobil ein­setzbare Unternehmens-Software benötigen.

Über den Autor: Rainer Giersbach

Rainer Giersbach stieg 2000 in die IT-Branche über eine technische Hotline zu kfm. Unternehmens­software ein, wenig später übernahm er das Produkt Management für diesen Bereich. 2006 stieß er im Zuge einer Recherche zum Thema "Online-Warenwirtschaft" auf myfactory. Das Thema hat ihn nicht mehr losgelassen und seit 2007 gestaltet er als Program Manager die myfactory Software aktiv mit.

Über den Autor: Timo Bärenklau

Nach seinem erfolgreichen Studium mit Abschluss als Bachelor of Engineering im Studiengang „Internationales Technisches Vertriebsmanagement“ stieß Timo Bärenklau als Lead Spezialist zur myfactory International GmbH hinzu. Schon während seines Studiums entdeckte er seine Leidenschaft für Vertriebsoptimierung, besonders im Hinblick auf CRM-Systeme. Auch seine Bachelor-Arbeit hatte CRM als Schwerpunkt. Seit 2012 betreut er maßgeblich die Leadqualifizierung bei myfactory.

Über den Autor: Tobias Korch

Tobias Korch arbeitet seit März 2011 bei myfactory als Software-Entwickler. Seine Schwerpunkte sind die Produktionsplanung (PPS) und das Modul eCommerce. Er ist ein engagierter Verfechter des myfactory-Konzeptes EasyRelease, mit dem Partner updatesichere Zusatzprogramme zur myfactory Business Software erstellen können. Bei Partnern und Partner-Interessenten sind deshalb seine Programmierer-Schulungen und unterstützende Coachings sehr gefragt. Durch seine vieljährigen Praxiserfahrungen mit komplexen Softwareprojekten hat er den Kontakt zum Mittelstand und das Verständnis für Anforderungen und Problemstellungen der Unternehmen und Anwender. Wenn es nichts zu tun gibt (gibt es das eigentlich?) dann kümmert er sich um seine Familie, macht Musik oder interessiert sich für alles was mit IT zu tun hat.

Über den Autor: Jan Schweighart

Jan Schweighart arbeitete nach einem Software Engineering Studium an der Hochschule Konstanz als Software Entwickler für einen Software Dienstleister. Überzeugt von Produkt und Mentalität, kam er Ende 2013 zu myfactory wo er heute schwerpunktmäßig an der Weiterentwicklung von myfactory.CRM arbeitet. Herr Schweighart hatte früher mal Hobbies, Freunde und ein soziales Leben, so wird zumindest berichtet. Heute ist er Vater einer kleinen Tochter ;)

Über den Autor: Dr. Mathias Hamp

Dr. Mathias Hamp ist Kommunikations- experte und entwickelt Kommunikations- strategien zur Vermarktung von Ideen, Waren und Marken. Seit 2015 verantwortet er für myfactory den Bereich Online Marketing.

Über den Autor: David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe.

Über den Autor: Stefan Girschner

Stefan Girschner (* 1967) berichtet als Fachjournalist seit vielen Jahren über Neuheiten und Trends in der IT-Branche. Seine journalistische Laufbahn startete er 1999 bei der Fachzeitschrift e-commerce magazin (ehemals IWT Magazin Verlag), wo er bis 2003 als Redakteur tätig war. Seit 2004 ist er freiberuflich für verschiedene Fachzeitschriften und Online-Portale in den Bereichen Unternehmens-IT, Computing sowie Wirtschaft und Industrie tätig. Darüber hinaus arbeitet er als Lektor und in der Schlussredaktion für Verlage und Agenturen. Von 2010 bis 2016 hatte er die redaktionelle Leitung des Digitalbusiness Magazin (WIN-Verlag) inne. Seit 2016 schreibt er wieder verstärkt für bekannte IT-Fachzeitschriften und -Portale.

Über die Autorin: Sandra Bültermann

Sandra Bültermann (*1975) ist seit 1999 als Technische Redakteurin tätig. Als langjährige Mitarbeiterin bei Fachzeitschriften, Agenturen und Softwareunternehmen verfügt sie über umfassende Kenntnisse in den Bereichen IT, Kommunikation und Contentmanagement. Ihre Kernkompetenz liegt darin, komplexe, technische Themen verständlich und zielgruppenorientiert aufzubereiten.
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Kommentare


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Roland König/18.07.2015, 13:00 Uhr
18.08.2015
Ein hoch interessanter Beitrag. Schon jetzt zeigt myfactory wie es gehen kann im Vergleich zum Mitbewerb. ERP als unternehmensweite Software wird zukünftig noch intuitiver, noch benutzerfreundlich werden. Auch ich freue mich mit myfactory diesen Weg zu gehen.
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Stefan Gläser/08.07.2015, 14:57 Uhr
25.02.2015
Die Entwicklung der Rahmenbedingungen sehe ich ähnlich. Spannend ist, wie die ERP-Hersteller darauf reagieren werden. Während der eine ein alleskönnendes nur schlecht bedienbares Softwareetwas erschaffen wird, wird der andere eine topergonomische gefällige Lösung mit jedoch mangelndem Funktionsumfang offerieren. Ich freue mich auf eine gute Mischung aus beiden Ansätzen und insbesondere auf die neuen Releases von myfactory.
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