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In eigener Sache: Digitalisierung im Mittelstand – Wenn Wohlstand müde macht

von David Lauchenauer am 08.03.2019

Super Stimmung im Mittelstand! Das ergab der Mittelstandsbarometer von Ernst and Young. Danach sind fast zweidrittel mit ihrer Geschäftslage zufrieden. Erstaunlich daran: Seit Beginn der Messung ist das der höchste Wert. Eigentlich eine ideale Voraussetzung, um in Digitalisierung zu investieren. Die Realität sieht aber anders aus. Gerade kleine Unternehmen sind zu zaghaft und von den Firmen, die mutig sind, hat nur jede vierte ihr Digitalprojekt abgeschlossen.
 
Woran liegt diese Digitalmüdigkeit? Ein Grund dafür findet sich in dem Erfolg der letzten Jahre. Volle Auftragsbücher und eine wachsende Konjunktur beflügeln die Betriebe. Doch diese Entwicklung bringt auch Negatives. Denn Zufriedenheit führt zu weniger Innovationsdruck, der wiederum zu Digitalmüdigkeit, die durch ein permanentes Sicherheitsgefühl noch verstärkt wird: Was uns in den letzten Jahren erfolgreich machte, wird uns auch künftig helfen. Ein Trugschluss.
 

Herausforderung Vernetzung: Unternehmensportal für mehr Kollaboration

Doch warum reichen die alten Ansätze und Wege nicht mehr aus? Eine Antwort ist die kontinuierlich zunehmende Vernetzung. Selbst kleine und mittelständische Unternehmen arbeiten mehr und mehr mit anderen Firmen sowie relevanten Gruppen zusammen. Das Problem: Jede braucht andere Daten, Zugriffs- und Bearbeitungsrechte. Zudem sollte der Datenaustausch über eine technologische Plattform erfolgen, die auch alle Informationen bereitstellen kann. Heute läuft das noch sehr unkoordiniert und manuell über verschiedene Systeme. Das kostet Zeit, Geld und Nerven.
 
Durch das Investment in Digitalisierung könnte diese Anforderung aber einfach gelöst werden. Das folgende Szenario zeigt wie: Sie nutzen Business Software und müssen darüber Daten bereitstellen, zum Beispiel Dritten. Das erfordert neue, automatisierte Prozesse, die es zu steuern gilt – zusammen mit Ihren Mitarbeitern sowie anderen Nutzern. Damit alle relevanten Daten auch den entsprechenden Parteien zur Verfügung stehen, muss das Unternehmensportal in das Enterprise-Resource-Planning (ERP) System, dem technologischen Herzstück des Unternehmens, integriert sein. Das Ergebnis ist eine reibungslose Kommunikation und Kollaboration über ein System, das im Idealfall in der Cloud liegt.
 

Fehlende Vernetzung: Beispiel CeBIT

Was passieren kann, wenn Unternehmer die steigenden Anforderungen an eine vernetzte Geschäftswelt unterschätzen, zeigt ein aktuelles Beispiel aus der Messewelt. Im letzten Jahr sind aufeinanderfolgend die CeBIT aus Hannover und die IT & Business aus Stuttgart vom Markt verschwunden. Das ist nicht verwunderlich, schaut man sich die Besucherzahlen an: Kamen 1995 stolze 755.000 Interessierte zur CeBIT, so waren es 2018 nur noch 120.00. Teilnehmer oder Aussteller, die seit den Anfängen mit dabei waren, trifft das schon hart – immerhin war die Messe über zwei Jahrzehnte ein ständiger Begleiter und Impulsgeber.
 
Im Vergleich zu vielen Firmen hat die CeBIT die Digitalisierung über Jahre hinweg zu ihrem Leitthema erklärt – sie aber selbst zu wenig gelebt. Das zeigt sich vor allem in der Vernetzung: Anstatt Aussteller, Besucher, Foren und Medien 365 Tage über eine Plattform zu vernetzen und zu binden, positioniert sich die Messe als Einzelevent. Lange Zeit ging das gut. Doch heute ist der gegenseitige Austausch von Informationen, Kontakten, Meinungen, Studien, Umfragen und vielem mehr täglich gefragt. Mit Hilfe einer Plattform hätten sich Interessierte regelmäßig austauschen können, in Foren oder Lernplattformen. Zudem hätten potenzielle Kunden und Anbieter die Chance gehabt, sich im Vorfeld auszutauschen und eine Beziehung aufzubauen.
 
Der größte Vorteil dieser vernetzenden Plattform zeigt sich aber im Bewusstsein: Blogs, Infografiken und Videos werden geliked, kommentiert und verbreitet. Das würde gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen gut ankommen, die immer häufiger nach Best Practices oder Praxistipps suchen. Die Messe selbst wäre dann immer noch das Highlight – lässt sich doch der direkte Austausch durch keine digitale Plattform ersetzen.
 

Fazit: Müdigkeit überwinden und Chancen erkennen

Das Beispiel zeigt: Wer als Unternehmen nicht umfassend in den digitalen Wandel investiert, verpasst nicht nur Chancen wie die zunehmende Vernetzung. Er wird auch nicht mehr so schnell aus der Digitalmüdigkeit erwachen. Dafür werden die Wettbewerber schon sorgen. Denn die haben sich in der Zwischenzeit die Vorteile der Transformation zu eigen gemacht und durch digitale Ökosysteme zum Beispiel neue Geschäftsmodelle entwickelt, Mehrwerte für Kunden geschaffen und durch intelligente Business Software Prozesse optimiert.
 
Diesen Vorsprung aufzuholen, wird dem Mittelstand wiederum Jahre kosten, in denen Mitbewerber sich bereits den neuen Herausforderungen stellen. Um das zu verhindern, müssen KMUs endlich aufwachen und Digitalisierung nicht als Projekt begreifen, sondern als einen Prozess, den es im Unternehmen zu verankern gilt. Und das direkt in der Chefetage, die ihren Führungsaufgaben gerecht werden muss.

Über den Autor: Dr. Robert Meyer

Dr. Robert Meyer ist seit 2011 Geschäfts­führer der myfactory International GmbH. Seine Leiden­schaft ist die Vermarktung von moderner Cloud ERP-Software über Online-Medien und Partner­vertrieb. Im Mittelpunkt steht bei ihm immer das Wohl von Anwendern, die eine funktional ausgereifte, leicht zu in­di­vidualisierende, intuitiv zu bedienende, auf allen Devices verwendbare, und mobil ein­setzbare Unternehmens-Software benötigen.

Über den Autor: Rainer Giersbach

Rainer Giersbach stieg 2000 in die IT-Branche über eine technische Hotline zu kfm. Unternehmens­software ein, wenig später übernahm er das Produkt Management für diesen Bereich. 2006 stieß er im Zuge einer Recherche zum Thema "Online-Warenwirtschaft" auf myfactory. Das Thema hat ihn nicht mehr losgelassen und seit 2007 gestaltet er als Program Manager die myfactory Software aktiv mit.

Über den Autor: Timo Bärenklau

Nach seinem erfolgreichen Studium mit Abschluss als Bachelor of Engineering im Studiengang „Internationales Technisches Vertriebsmanagement“ stieß Timo Bärenklau als Lead Spezialist zur myfactory International GmbH hinzu. Schon während seines Studiums entdeckte er seine Leidenschaft für Vertriebsoptimierung, besonders im Hinblick auf CRM-Systeme. Auch seine Bachelor-Arbeit hatte CRM als Schwerpunkt. Seit 2012 betreut er maßgeblich die Leadqualifizierung bei myfactory.

Über den Autor: Tobias Korch

Tobias Korch arbeitet seit März 2011 bei myfactory als Software-Entwickler. Seine Schwerpunkte sind die Produktionsplanung (PPS) und das Modul eCommerce. Er ist ein engagierter Verfechter des myfactory-Konzeptes EasyRelease, mit dem Partner updatesichere Zusatzprogramme zur myfactory Business Software erstellen können. Bei Partnern und Partner-Interessenten sind deshalb seine Programmierer-Schulungen und unterstützende Coachings sehr gefragt. Durch seine vieljährigen Praxiserfahrungen mit komplexen Softwareprojekten hat er den Kontakt zum Mittelstand und das Verständnis für Anforderungen und Problemstellungen der Unternehmen und Anwender. Wenn es nichts zu tun gibt (gibt es das eigentlich?) dann kümmert er sich um seine Familie, macht Musik oder interessiert sich für alles was mit IT zu tun hat.

Über den Autor: Jan Schweighart

Jan Schweighart arbeitete nach einem Software Engineering Studium an der Hochschule Konstanz als Software Entwickler für einen Software Dienstleister. Überzeugt von Produkt und Mentalität, kam er Ende 2013 zu myfactory wo er heute schwerpunktmäßig an der Weiterentwicklung von myfactory.CRM arbeitet. Herr Schweighart hatte früher mal Hobbies, Freunde und ein soziales Leben, so wird zumindest berichtet. Heute ist er Vater einer kleinen Tochter ;)

Über den Autor: Dr. Mathias Hamp

Dr. Mathias Hamp ist Kommunikations- experte und entwickelt Kommunikations- strategien zur Vermarktung von Ideen, Waren und Marken. Seit 2015 verantwortet er für myfactory den Bereich Online Marketing.

Über den Autor: David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe.

Über den Autor: Stefan Girschner

Stefan Girschner (* 1967) berichtet als Fachjournalist seit vielen Jahren über Neuheiten und Trends in der IT-Branche. Seine journalistische Laufbahn startete er 1999 bei der Fachzeitschrift e-commerce magazin (ehemals IWT Magazin Verlag), wo er bis 2003 als Redakteur tätig war. Seit 2004 ist er freiberuflich für verschiedene Fachzeitschriften und Online-Portale in den Bereichen Unternehmens-IT, Computing sowie Wirtschaft und Industrie tätig. Darüber hinaus arbeitet er als Lektor und in der Schlussredaktion für Verlage und Agenturen. Von 2010 bis 2016 hatte er die redaktionelle Leitung des Digitalbusiness Magazin (WIN-Verlag) inne. Seit 2016 schreibt er wieder verstärkt für bekannte IT-Fachzeitschriften und -Portale.

Über die Autorin: Sandra Bültermann

Sandra Bültermann (*1975) ist seit 1999 als Technische Redakteurin tätig. Als langjährige Mitarbeiterin bei Fachzeitschriften, Agenturen und Softwareunternehmen verfügt sie über umfassende Kenntnisse in den Bereichen IT, Kommunikation und Contentmanagement. Ihre Kernkompetenz liegt darin, komplexe, technische Themen verständlich und zielgruppenorientiert aufzubereiten.
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