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Bereit für den Brexit

von Sandra Bültermann am 17.12.2020

Seit 1. Februar 2020 ist das Vereinigte Königreich (UK) nicht mehr Mitglied der EU. Bislang hat sich für exportorientierte Unternehmer und Shopbetreiber grundsätzlich noch nichts in den Handelsbeziehungen geändert, da in der bis Ende Dezember 2020 bestehenden Übergangsphase das EU-Recht weiterhin gilt. Ab 1. Januar 2021 ist das Vereinigte Königreich aber nicht mehr Teil des Binnenmarktes und der Zollunion und wird nach jetzigem Stand dann wie ein Drittland behandelt. Das bedeutet für Unternehmen zahlreiche Änderungen ihrer internen und externen Prozesse – und auch in ihrer Business-Anwendung. Betroffen sind vor allem die Bereiche Logistik und Rechnungswesen. Mit myfactory sind Sie bereit für den Brexit und arbeiten auch künftig erfolgreich mit Geschäftspartnern in Großbritannien zusammen.

Vieles noch ungeklärt

2021 wird es zahlreiche Neuerungen beim Handel und Grenzverkehr mit Großbritannien geben. Welche genau und was für Auswirkungen diese haben werden, ist weiterhin unklar, da die Verhandlungen über einen Handelsvertrag bislang zu keinem Ergebnis geführt haben. Bei einem „harten Brexit“ würde Großbritannien wie ein Nicht-EU-Land behandelt (wie aktuell z. B. die Schweiz, China oder Russland). Ohne Handelsabkommen würden dann Zölle, Einfuhrbeschränkungen und andere Vorschriften den Warenverkehr erschweren.
 
Einigen sich die Parteien doch noch kurzfristig auf einen „Soft Brexit“, könnte Großbritannien durch geeignete Handelsabkommen weiterhin Teil der EU-Zollunion bleiben (wie z. B. die Türkei). Aktuell sieht es aber nicht so aus, als würde man noch vor Ablauf der Übergangsphase zu einer Einigung kommen. Unternehmer müssen also genau prüfen, welche Export-Regeln gelten und welche Dokumente für die Zollabfertigung erforderlich sind. Zumindest scheint der Zahlungsverkehr geregelt: Das bekannte SEPA-Bezahlverfahren soll auch künftig Bestand haben.

Handel und eCommerce

Großbritannien ist Deutschlands drittwichtigster Handelspartner und gilt hierzulande als Nummer 1 im europäischen eCommerce. Das könnte sich 2021 ändern. Ohne einen Handelsvertrag werden Zölle und Steuern fällig, die den Warenverkehr zwischen Großbritannien und der EU verteuern. Zölle können je nach Art der Produkte variieren und von verschiedenen Kriterien abhängen: Warenpreis, Transportkosten und mögliche Versicherungen. Kalkulieren Sie dies ein, und legen Sie in Ihrer Warenwirtschaft beispielsweise gesonderte Preislisten für Großbritannien an.

Lieferbedingungen  und Genehmigungen

Egal, ob Soft oder Hard Brexit – für Warensendungen von und nach Großbritannien fallen u.a. Zollanmeldungen und Zollkontrollen an. Bisherige Einfuhrgenehmigungen verlieren ihre Gültigkeit. Händler sollten ihr Sortiment dahingehend überprüfen, welche Waren bestimmten Genehmigungsverfahren unterliegen und wie Freigaben einzuholen sind. Weitere Informationen zur Ausfuhrkontrolle erhalten Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.
Wenn Großbritannien den Binnenmarkt verlässt, ist davon auszugehen, dass die Lieferkosten steigen und sich Lieferzeiten durch verzögerte Zollabfertigungen verlängern werden. Planen Sie dies ein, sofern Sie britische Lieferanten oder Kunden in Ihrer Supply Chain haben, und hinterlegen Sie alle benötigten Informationen und Exportdokumente wie Zoll- und Versandpapiere im zentralen ERP. Hier können Sie auch festlegen, welche Zölle auf Waren aufgeschlagen und auf Rechnungen nach Großbritannien aufgeführt werden sollen. Berücksichtigen Sie längere Lieferzeiten und kommunizieren Sie diese mit Ihren Kunden z. B. transparent im Webshop. Vollintegrierte Shopsysteme ziehen diese Informationen direkt aus den hinterlegten Stammdaten.

Umsatzsteuer und Rechnungen

Nach der Übergangsphase ändern sich auch die Regelungen für die Umsatzsteuer. Dann ist das Vereinigte Königreich nicht mehr an die gemeinsame Mehrwertsteuersystem-Richtlinie oder an die EuGH-Rechtsprechung gebunden und braucht Höchst- oder Mindestumsatzsteuersätze nicht einzuhalten. Dies hat gravierende Auswirkungen auf die Rechnungsstellung. Bei einem steuerfreien Verkauf von Waren muss die Rechnung beispielsweise einen Hinweis auf Steuerbefreiung enthalten, der eindeutig erkennen lässt, ob es sich um eine innergemeinschaftliche Lieferung oder eine Ausfuhrlieferung handelt. Moderne, ins ERP integrierte Fakturierungssysteme stellen sicher, dass Rechnungen für jedes Land korrekt ausgestellt werden. Probleme bei der Fakturierung für Sendungen nach Großbritannien sind nicht zu erwarten, da es bereits Drittländer gibt, auf deren Strukturen aufgesetzt werden kann. Wichtig ist, dass Sie die Änderungen konsistent am gesamten Datenbestand durchführen. Über intuitiv bedienbare Filterfunktionen lassen sich in myfactory sämtliche Geschäftspartner in Großbritannien übersichtlich auflisten, sodass sich die einmaligen Änderungen an den Kundenstammdaten, etwa zum Steuergebiet und zur Umsatzsteuer-ID, schnell vornehmen lassen. Wie Sie dazu in myfactory genau vorgehen, erfahren Sie in diesem Video

Support beim Brexit

myfactory steht beim Brexit an Ihrer Seite. Wir geben Ihnen Tipps zu den Prozessen im Logistik- und Rechnungswesen der myfactory Lösungen und unterstützen Sie mit den erforderlichen Funktionen in unserer Business-Anwendung. Außerdem passen wir unsere Anwendungen kontinuierlich unter Berücksichtigung neuer Gesetze und anderer Anforderungen an. Hinweise, wie Sie mit dem Sonderstatus Nordirlands verfahren, erhalten Sie schon jetzt in unserem Leitfaden.

Über den Autor: Dr. Robert Meyer

Dr. Robert Meyer ist seit 2011 Geschäfts­führer der myfactory International GmbH. Seine Leiden­schaft ist die Vermarktung von moderner Cloud ERP-Software über Online-Medien und Partner­vertrieb. Im Mittelpunkt steht bei ihm immer das Wohl von Anwendern, die eine funktional ausgereifte, leicht zu in­di­vidualisierende, intuitiv zu bedienende, auf allen Devices verwendbare, und mobil ein­setzbare Unternehmens-Software benötigen.

Über den Autor: Rainer Giersbach

Rainer Giersbach stieg 2000 in die IT-Branche über eine technische Hotline zu kfm. Unternehmens­software ein, wenig später übernahm er das Produkt Management für diesen Bereich. 2006 stieß er im Zuge einer Recherche zum Thema "Online-Warenwirtschaft" auf myfactory. Das Thema hat ihn nicht mehr losgelassen und seit 2007 gestaltet er als Program Manager die myfactory Software aktiv mit.

Über den Autor: Timo Bärenklau

Nach seinem erfolgreichen Studium mit Abschluss als Bachelor of Engineering im Studiengang „Internationales Technisches Vertriebsmanagement“ stieß Timo Bärenklau als Lead Spezialist zur myfactory International GmbH hinzu. Schon während seines Studiums entdeckte er seine Leidenschaft für Vertriebsoptimierung, besonders im Hinblick auf CRM-Systeme. Auch seine Bachelor-Arbeit hatte CRM als Schwerpunkt. Seit 2012 betreut er maßgeblich die Leadqualifizierung bei myfactory.

Über den Autor: Tobias Korch

Tobias Korch arbeitet seit März 2011 bei myfactory als Software-Entwickler. Seine Schwerpunkte sind die Produktionsplanung (PPS) und das Modul eCommerce. Er ist ein engagierter Verfechter des myfactory-Konzeptes EasyRelease, mit dem Partner updatesichere Zusatzprogramme zur myfactory Business Software erstellen können. Bei Partnern und Partner-Interessenten sind deshalb seine Programmierer-Schulungen und unterstützende Coachings sehr gefragt. Durch seine vieljährigen Praxiserfahrungen mit komplexen Softwareprojekten hat er den Kontakt zum Mittelstand und das Verständnis für Anforderungen und Problemstellungen der Unternehmen und Anwender. Wenn es nichts zu tun gibt (gibt es das eigentlich?) dann kümmert er sich um seine Familie, macht Musik oder interessiert sich für alles was mit IT zu tun hat.

Über den Autor: Jan Schweighart

Jan Schweighart arbeitete nach einem Software Engineering Studium an der Hochschule Konstanz als Software Entwickler für einen Software Dienstleister. Überzeugt von Produkt und Mentalität, kam er Ende 2013 zu myfactory wo er heute schwerpunktmäßig an der Weiterentwicklung von myfactory.CRM arbeitet. Herr Schweighart hatte früher mal Hobbies, Freunde und ein soziales Leben, so wird zumindest berichtet. Heute ist er Vater einer kleinen Tochter ;)

Über den Autor: Dr. Mathias Hamp

Dr. Mathias Hamp ist Kommunikations- experte und entwickelt Kommunikations- strategien zur Vermarktung von Ideen, Waren und Marken. Seit 2015 verantwortet er für myfactory den Bereich Online Marketing.

Über den Autor: David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe.

Über den Autor: Stefan Girschner

Stefan Girschner (* 1967) berichtet als Fachjournalist seit vielen Jahren über Neuheiten und Trends in der IT-Branche. Seine journalistische Laufbahn startete er 1999 bei der Fachzeitschrift e-commerce magazin (ehemals IWT Magazin Verlag), wo er bis 2003 als Redakteur tätig war. Seit 2004 ist er freiberuflich für verschiedene Fachzeitschriften und Online-Portale in den Bereichen Unternehmens-IT, Computing sowie Wirtschaft und Industrie tätig. Darüber hinaus arbeitet er als Lektor und in der Schlussredaktion für Verlage und Agenturen. Von 2010 bis 2016 hatte er die redaktionelle Leitung des Digitalbusiness Magazin (WIN-Verlag) inne. Seit 2016 schreibt er wieder verstärkt für bekannte IT-Fachzeitschriften und -Portale.

Über die Autorin: Sandra Bültermann

Sandra Bültermann (*1975) ist seit 1999 als Technische Redakteurin tätig. Als langjährige Mitarbeiterin bei Fachzeitschriften, Agenturen und Softwareunternehmen verfügt sie über umfassende Kenntnisse in den Bereichen IT, Kommunikation und Contentmanagement. Ihre Kernkompetenz liegt darin, komplexe, technische Themen verständlich und zielgruppenorientiert aufzubereiten.
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