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Chief Digital Officer (CDO) – Ein Must-have für die optimale Digitalisierung des Unternehmens?

von David Lauchenauer am 13.03.2020

Bedingt durch ein Fortschreiten der Digitalisierung und einer damit einhergehenden Veränderung der Unternehmenskultur, werden heutzutage Positionen besetzt, die es vor einigen Jahren in dieser Form nicht gegeben hat. Begründet wird dies damit, dass sich die Grundzüge der Unternehmen im digitalen Wandel befinden. Das allgemeine und übergeordnete Ziel besteht darin, die interne Unternehmensstruktur digital zu optimieren, um höhere Absatzzahlen und Wachstum zu generieren. Damit der dafür notwendige Prozess in die Wege geleitet wird, bedienen sich viele Unternehmen dem sogenannten Chief Digital Officer (CDO). Worum es sich bei dieser Besetzung handelt, welche Funktion sie im Unternehmen innehat und wie sinnvoll der Chief Digital Officer für Unternehmen ist, beleuchtet der folgende Beitrag näher.

 

Die Position des Chief Digital Officers im Unternehmen

 
Der Chief Digital Officer ist in den meisten Unternehmen ein Teil des Vorstandes bzw. der Geschäftsführung. Hierdurch wird sichergestellt, dass ihm der notwendige Handlungs- und Entscheidungsfreiraum zugeschrieben wird, den er benötigt, um seiner Tätigkeit nachzugehen und die gesetzten Ziele zu erreichen. Hierzu gehört beispielsweise die Verwaltung des für die Digitalisierung mobilisierten Budgets. Die „2019 Chief Digital Officer“-Studie von Strategy& aus dem PwC-Netzwerk zeigt, dass im Jahre 2019 die Position des Chief Digital Officers in 21 % der Unternehmen weltweit besetzt wurde. Die befragten Unternehmen gaben an, ihren CDOs rund 39 % des Jahresumsatzes zur Verfügung zu stellen, um damit den Prozess der Digitalisierung weiter voranzubringen bzw. digitale und zukunftsträchtige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Ebenfalls wurde festgestellt, dass in Europa weltweit die meisten CDOs in diversen Unternehmen zu finden sind. Während Europa in rund 39 % der Unternehmen diese Position besetzt, sind es beispielsweise in Lateinamerika gerade einmal 18 %. Von den in Deutschland befragten Unternehmen besetzten 48 % die Rolle des CDOs.
 
Wenn der Chief Digital Officer nicht Teil des direkten Vorstandes ist, ist er diesem unmittelbar unterstellt und berichtet an die Geschäftsführung. Damit der CDO seiner Position gerecht werden kann, ist Rückendeckung seitens der Unternehmensspitze fundamental. Denn die Kooperations- und Veränderungsbereitschaft hängt maßgeblich von der vorgelebten Unternehmenskultur ab. Obwohl der CDO die ranghöchste digitale Führungskraft eines Unternehmens darstellt, wird er von vielen Mitarbeiten häufig als störend empfunden. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass die durch ihn angestrebten Veränderungen die bisherige Routine unterbrechen und den Arbeitsalltag aus dem Gleichgewicht bringen. Umso wichtiger ist es, dass der Chief Digital Officer die Fähigkeit besitzt, die Mitarbeiter für die Reise der Digitalisierung zu begeistern und zu motivieren. Darüber hinaus muss klar kommuniziert werden, dass jegliche Veränderungen vollständig von der Geschäftsführung mitgetragen werden. Ein Botschafter-Programm mit einigen ausgewählten Mitarbeitern kann ebenfalls beim Change Management unterstützen.
 

Die Aufgaben des Chief Digital Officers

 
Der CDO ist der Hüter der Digitalstrategie des Unternehmens und der Wegweiser des digitalen Wandels. Durch die Personifizierung gibt er der Thematik der Digitalisierung ein Gesicht. Die grundlegende Aufgabe des Chief Digital Officers liegt darin, das Unternehmen bei der digitalen Neuausrichtung zu unterstützen. Dies ist nicht nur mit der Initiierung und der Koordination aller Prozesse verbunden, die für eine erfolgreiche Digitalisierung erforderlich sind, sondern auch mit der Verantwortlichkeit für die Umsetzung sowie der Weiterentwicklung der Prozesse und der Implementierung dieser in die Unternehmensstruktur.
 
Die Kundenzentrierung und damit einhergehend ein ganzheitlicher Ansatz spielt während des Digitalisierungsprozesses eine große Rolle. Aber auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter bildet einen Aspekt, welcher während der Digitalisierung ins Auge gefasst wird. So gehört es auch zu den Aufgaben des CDOs die Arbeitsplätze attraktiver zu gestalten und allgemein für mehr Flexibilität durch das mobile Business zu sorgen. Um die im Vorstand formulierten Ziele zu erreichen, liegt es im Ermessen des Chief Digital Officers, ein Digital-Team aufzustellen, das ihn bei seinen Aufgaben unterstützend zur Seite steht. Dieses Team besteht aus Fachexperten, internen digitalen Spezialisten sowie externen Partnern. Es handelt sich jedoch in der Regel nicht um eine eigene Abteilung, sondern vielmehr um eine Art Taskforce, die dort eingreift, wo es notwendig ist. Aufgabe dieser Spezialisten ist es unter anderem, die Fach- und Führungskräfte des Unternehmens zu schulen, sodass die Digitalisierung in den entsprechenden Bereichen nach der Einführung selbstständig aufrechterhalten und durch Schulungen weiterentwickelt werden kann.
 

Benötigt es den Chief Digital Officer zur Digitalisierung?

 
Die zuvor erwähnte „2019 Chief Digital Officer“-Studie spricht von der „Digitalen Stagnation“, da weltweit nur wenige Unternehmen, 2 % um genau zu sein, weitere CDO-Posten eingerichtet haben. Keine Frage: Der Chief Digital Officer steht maßgeblich für die Digitalisierung eines Unternehmens und repräsentiert diese bei allen Stakeholdern. Der digitale Wandel ist dabei keine losgelöste Aufgabe, die einfach wegdelegiert werden kann. Mit der Schaffung eines CDOs wird demonstriert, dass verstanden wurde, dass es ein ganzheitliches Umdenken hin zu digitalen Geschäftsmodellen und Prozessen benötigt.
 
Das DigiBarometer der Chief Digital Community (CDC) der Schweiz fasste 2019 die Herausforderungen für KMU 2019 treffend damit zusammen, dass es vor allem an Ressourcen mangelt. Trotzdem gaben ganze 97 % der Befragten an, in der Digitalisierung eine Chance zu sehen. Dabei benötigt es eine vollständige Digital-Strategie, der Prozess kann aber scheibenweise angegangen werden. Statt über eine smart factory zu sinnieren, benötigt es vor allem eine fundamentale Datenverfügbarkeit. Ganzheitliche IT-Systeme, die beispielsweise Informationen aus CRM, Warenwirtschaft und Beschaffung vereinen, legen den Grundstein für die digitale Zukunft. Denn es sind vor allem Dateninseln, die Unternehmen lähmen, ihre Potenziale zu realisieren. Dabei benötigt es weniger einen dedizierten Chief Digital Officer als ein Umdenken im gesamten Unternehmen, um die Notwendigkeit zur Digitalisierung zu erkennen und auch wirklich umsetzen zu wollen. Wer dies als gesamtheitlichen Prozess in seinem Betrieb realisiert, ist gut gerüstet für die Zukunft – und das auch ohne CDO.

Über den Autor: Dr. Robert Meyer

Dr. Robert Meyer ist seit 2011 Geschäfts­führer der myfactory International GmbH. Seine Leiden­schaft ist die Vermarktung von moderner Cloud ERP-Software über Online-Medien und Partner­vertrieb. Im Mittelpunkt steht bei ihm immer das Wohl von Anwendern, die eine funktional ausgereifte, leicht zu in­di­vidualisierende, intuitiv zu bedienende, auf allen Devices verwendbare, und mobil ein­setzbare Unternehmens-Software benötigen.

Über den Autor: Rainer Giersbach

Rainer Giersbach stieg 2000 in die IT-Branche über eine technische Hotline zu kfm. Unternehmens­software ein, wenig später übernahm er das Produkt Management für diesen Bereich. 2006 stieß er im Zuge einer Recherche zum Thema "Online-Warenwirtschaft" auf myfactory. Das Thema hat ihn nicht mehr losgelassen und seit 2007 gestaltet er als Program Manager die myfactory Software aktiv mit.

Über den Autor: Timo Bärenklau

Nach seinem erfolgreichen Studium mit Abschluss als Bachelor of Engineering im Studiengang „Internationales Technisches Vertriebsmanagement“ stieß Timo Bärenklau als Lead Spezialist zur myfactory International GmbH hinzu. Schon während seines Studiums entdeckte er seine Leidenschaft für Vertriebsoptimierung, besonders im Hinblick auf CRM-Systeme. Auch seine Bachelor-Arbeit hatte CRM als Schwerpunkt. Seit 2012 betreut er maßgeblich die Leadqualifizierung bei myfactory.

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Tobias Korch arbeitet seit März 2011 bei myfactory als Software-Entwickler. Seine Schwerpunkte sind die Produktionsplanung (PPS) und das Modul eCommerce. Er ist ein engagierter Verfechter des myfactory-Konzeptes EasyRelease, mit dem Partner updatesichere Zusatzprogramme zur myfactory Business Software erstellen können. Bei Partnern und Partner-Interessenten sind deshalb seine Programmierer-Schulungen und unterstützende Coachings sehr gefragt. Durch seine vieljährigen Praxiserfahrungen mit komplexen Softwareprojekten hat er den Kontakt zum Mittelstand und das Verständnis für Anforderungen und Problemstellungen der Unternehmen und Anwender. Wenn es nichts zu tun gibt (gibt es das eigentlich?) dann kümmert er sich um seine Familie, macht Musik oder interessiert sich für alles was mit IT zu tun hat.

Über den Autor: Jan Schweighart

Jan Schweighart arbeitete nach einem Software Engineering Studium an der Hochschule Konstanz als Software Entwickler für einen Software Dienstleister. Überzeugt von Produkt und Mentalität, kam er Ende 2013 zu myfactory wo er heute schwerpunktmäßig an der Weiterentwicklung von myfactory.CRM arbeitet. Herr Schweighart hatte früher mal Hobbies, Freunde und ein soziales Leben, so wird zumindest berichtet. Heute ist er Vater einer kleinen Tochter ;)

Über den Autor: Dr. Mathias Hamp

Dr. Mathias Hamp ist Kommunikations- experte und entwickelt Kommunikations- strategien zur Vermarktung von Ideen, Waren und Marken. Seit 2015 verantwortet er für myfactory den Bereich Online Marketing.

Über den Autor: David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe.

Über den Autor: Stefan Girschner

Stefan Girschner (* 1967) berichtet als Fachjournalist seit vielen Jahren über Neuheiten und Trends in der IT-Branche. Seine journalistische Laufbahn startete er 1999 bei der Fachzeitschrift e-commerce magazin (ehemals IWT Magazin Verlag), wo er bis 2003 als Redakteur tätig war. Seit 2004 ist er freiberuflich für verschiedene Fachzeitschriften und Online-Portale in den Bereichen Unternehmens-IT, Computing sowie Wirtschaft und Industrie tätig. Darüber hinaus arbeitet er als Lektor und in der Schlussredaktion für Verlage und Agenturen. Von 2010 bis 2016 hatte er die redaktionelle Leitung des Digitalbusiness Magazin (WIN-Verlag) inne. Seit 2016 schreibt er wieder verstärkt für bekannte IT-Fachzeitschriften und -Portale.

Über die Autorin: Sandra Bültermann

Sandra Bültermann (*1975) ist seit 1999 als Technische Redakteurin tätig. Als langjährige Mitarbeiterin bei Fachzeitschriften, Agenturen und Softwareunternehmen verfügt sie über umfassende Kenntnisse in den Bereichen IT, Kommunikation und Contentmanagement. Ihre Kernkompetenz liegt darin, komplexe, technische Themen verständlich und zielgruppenorientiert aufzubereiten.
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