Warum Motivation bei der Digitalisierung so wichtig ist

von David Lauchenauer am 05.04.2022, 2 min Lesezeit

Die Digitalisierung sei das wichtigste Zukunftsthema, sagte schon die ehemalige Bundeskanzlerin. Wohl wahr. Doch wie kriegt man dieses Thema umgesetzt? Warum sehen sich plötzlich kleine Unternehmen in einer Pionierrolle, während Konzerne sich immer noch abmühen? Es scheint, dass Technologien und Investitionskraft nicht allein für den Erfolg entscheidend sind. Vielmehr braucht es Überzeugung, Wille, Durchhaltevermögen und Kreativität, um die digitalen Möglichkeiten gewinnbringend umzusetzen. Kurz, es geht um Motivation. Wie Sie diese in Ihrem Unternehmen wecken können, erfahren Sie hier. 

Angst vor Veränderung besiegen 

Trotz Hermann Hesses „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ verspüren viele Mitarbeitende zuerst einmal ein leichtes Unwohlsein, wenn das Thema Veränderung auf den Tisch kommt. Und Digitalisierung bedeutet jede Menge an Veränderungen. Erste Frage: Wie sicher ist mein Job? Zweite Frage: Kann ich mithalten? Dritte Frage: Was mache ich in Zukunft? Hinter jeder Frage steht eine eigene Welt an sozialen Bedürfnissen und wirtschaftlicher Sicherheit. Kein Wunder, dass Skepsis die häufigste Reaktion auf Digitalisierung ist. Fortschritt und Zukunft ja, aber nur, wenn die individuellen Grundbedürfnisse bzw. -fragen beantwortet und die Angst vor Veränderung besiegt werden können.  

Neue Möglichkeiten entdecken 

Digitalisierung ist in erster Linie eine Kreativdisziplin. Klingt komisch, ist aber so. Die Gestaltung der Zukunft beruht auf dem Vermögen, neue Technologien und Werkzeuge virtuos einzusetzen. Gerade diese Herausforderung ist für viele Menschen gleichbedeutend mit Motivation. Den Fortschritt zu gestalten – ökonomisch, ökologisch, sozial, kulturell – ist plötzlich möglich. Gebremst kann diese Motivation nur durch altbackene Strukturen und Hierarchien. Vermitteln Sie daher Ihren Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeitenden, ja dem ganzen Unternehmen: Digitalisierung ist Spaß, Kreativität und die Chance, lang gehegte Ideen endlich umzusetzen.  

Teil der Gemeinschaft bleiben 

Die Teilhabe am Fortschritt eines sozialen Konstrukts (und dazu gehören auch Unternehmen), ist psychologisch von großer Bedeutung. Ich fühle mich als Teil des Ganzen und beschreite gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen den Weg in die Zukunft. Das ist der Spirit der Digitalisierung. Im Umkehrschluss: Wer nicht dabei ist, verliert den Anschluss. Ein (soziales) Desaster. Sorgen Sie in Ihrem Unternehmen unbedingt für die Motivation aller, die Digitalisierung positiv zu erleben und mitzutragen. Und damit Teil einer starken, sicheren und zukunftsorientierten Gemeinschaft zu bleiben.  

Freude am Fortschritt erleben 

Ich habe es vorhin schon angesprochen: Spaß an der Digitalisierung haben. Ein entscheidender Faktor für die Motivation eines ganzen Unternehmens. Spaß und Freude sind nicht die schlechtesten Begleiter auf dem Weg in die Zukunft. Und Hand aufs Herz: Wer derart positiv eingestellt ist, getraut sich auch, Fortschritt zu wagen. Und dabei auch Fehler zu machen und daraus zu lernen. Eine Fehlerkultur fehlt leider noch in so manchem deutschen Unternehmen. Dabei ist jeder Fehler ein kleiner Fortschritt, um es in Zukunft besser zu machen. Aber nur dann, wenn man dabei die Freude nicht verliert.  

Den eigenen Nutzen erkennen 

Wir sind alle Egoisten. Die einen mehr, die anderen weniger. Uns alle verbindet das Bedürfnis, mindestens die Grundbedürfnisse abdecken zu können. Automatisch stellt sich bei den Themen Digitalisierung, Fortschritt und Zukunft die Frage nach dem eigenen Nutzen. Was habe ich (und meine Familie) ganz persönlich davon? Profitiert nur das Unternehmen? Bin ich Spielball und Bauernopfer? Oder bieten sich mir Vorteile? Motivation hängt eng zusammen mit dem Nutzen für die einzelnen Beteiligten. Wer hier keine klaren Antworten liefern kann, darf sich nicht über stockenden Fortschritt wundern.  

Fazit: Entscheidend ist der Wandel im Denken 

Technologien sind das eine, Motivation das andere. Nur gemeinsam wird ein Schuh draus. Die Digitalisierung ist ein hochkomplexer Veränderungsprozess, der weit über das Unternehmen hinaus geht. Wer Fortschritt und Zukunft will, muss sich sowohl um digitale Tools als auch um die beteiligten Menschen kümmern.  Das Entscheidende liegt im Wandel des Denkens.  

David Lauchenauer
Über den Autor:
David Lauchenauer
David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe. 2021 leitete er erfolgreich den Verkauf von myfactory an Forterro.