Der clevere Spickzettel für die Digitalisierung

von David Lauchenauer am 13.07.2018, 2 min Lesezeit
Haben Sie in der Schule auch mal gespickt? Bei den Lehrern als Schummelei verpönt und mit Strafen geahndet, verdienen Spickzettel im Grunde ein Lob für Effizienz und Kreativität. Allein schon das Herausfiltern der wichtigsten Informationen setzt eine intensive Auseinandersetzung mit der Materie voraus. Danach muss das konzentrierte Wissen möglichst kompakt zusammengefasst und notiert werden, bevor es zum Schluss an einem möglichst unauffälligen Ort aufbewahrt wird. Extra für Sie haben wir heute einen kleinen Spickzettel für die Digitalisierung zusammengestellt. Nicht um zu schummeln, sondern als praktische Alltagshilfe.
 

# Digitaler Wandel

Die Digitalisierungswelle hat inzwischen fast jeden Bereich im Berufs- und Privatleben erfasst. Vor allem das Internet, aber auch andere drahtlose oder drahtgebundene Netzwerke verbinden Computer, Notebooks, Tablets, Smartphones sowie eingebettete Systeme wie Haushaltgeräte, Fertigungsmaschinen, Fortbewegungsmittel usw. Auf dieser Basis ermöglichen entsprechende Dienstleistungsanbieter (z.B. Rechenzentren, Softwareindustrie, Telekom-Branche) neue, teilweise disruptive Kommunikations- und Geschäftsmodelle.
 

# Cloud Services

Zu den wichtigsten Digitalisierungstechnologien gehören Cloud Services. Dabei werden über das Internet verschiedene Komponenten einer IT-Infrastruktur bereitgestellt, bis hin zu komplexen ERP-Systemen. Die jeweiligen Bausteine müssen dabei nicht lokal installiert werden. Der Zugang zu den Applikationen erfolgt über einen Webbrowser oder eine App. Das Angebot an Cloud-Services wird eingeteilt in die Bereiche Infrastructure-as-a-Service (IaaS), Platform-as-a-Service (PaaS) und Software-as-a-Service (SaaS).
 

# Industrie 4.0

Als Kind des digitalen Wandels beruhen Industrie 4.0-Konzepte auf vernetzte und «intelligenten» Systemen. Auch als vierte industrielle Revolution bezeichnet, sieht sich die Digitalisierung als Meilenstein der Industriegeschichte und setzt sich damit gleich mit der Nutzung von Dampf-/Wasserkraft, der Einführung der Fließbandarbeit und Elektrizität sowie der Computer-/IT-basierten dritten industriellen Revolution. Neu bei Industrie 4.0 ist, dass Menschen, Maschinen, Logistik und Produkte zu einer sich selbst regulierenden Organisation und automatisierten Prozessen verschmelzen. Dadurch können ganze Wertschöpfungsketten – von der Produktentwicklung über die Fertigung bis hin zur Nutzung und Wartung optimiert werden.
 

# Cyber-Security

Die Schattenseite der Digitalisierung ist eine zunehmende Bedrohung durch Cyber-Attacken. Die Bedeutung und Durchdringung aller Lebensbereiche durch Datenströme hat leider auch eine Vielzahl krimineller Elemente auf den Plan gelockt. Erpressung, Sabotage, Diebstahl von geistigem Eigentum, aber auch blinde Zerstörungswut sind Herausforderungen, welchen sich die Anbieter von IT-Security zu stellen haben. Schutzmöglichkeiten gibt es zum Glück inzwischen viele. Wer seine IT oder sein Cloud-ERP einem sicheren Rechenzentrum anvertraut, kann jederzeit auf professionelle Prävention, Monitoring und – im Fall der Fälle – auf eine sofortige Reaktion zählen.
 

# Blockchain

Dieser Begriff hat vor allem in Zusammenhang mit der Crypto-Währung BitCoin von sich reden gemacht, wo die Blockchain-Technologie unter anderem zum Einsatz kommt. Die Blockchain ist nichts anderes als ein auf mehrere Rechner verteiltes Datenbanksystem, bei dem einzelnen Datensätze (Blocks) miteinander verknüpft sind. Eine Veränderung eines Eintrags hat logischerweise Auswirkungen auf das Gesamtsystem. Da jeder Datensatz einen kryptografischen Schlüssel hat, gelten Blockchains als sehr sichere Technologie, welche unter anderem im Gesundheitswesen (elektronisches Dossier), in globalen Logistiksystemen usw. eingesetzt wird.
 

# AR und VR

Zu den vielversprechendsten und auch faszinierendsten Anwendungen gehören die Bereiche Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). Während sich Gamer daran erfreuen, fast lebensecht in virtuelle Realitäten abzutauchen und die Welt um sich herum vergessen, zeigt die Wirtschaft Interesse an AR-Anwendungen. Dabei kann die reale Umgebung (Städte, Gebäude, Maschinen, Anlagen usw.) durch ergänzende Informationen erweitert werden. Meistens genügt dazu ein Smartphone mit Kamera und Sensoren. Servicetechniker können damit z.B. die Fehlerursache eines Geräts schnell analysieren und entsprechende Maßnahmen in die Wege leiten.
 

# Internet der Dinge

Digitaler Wandel und Industrie 4.0 wären nichts ohne das Internet der Dinge (englisch Internet of Things, kurz IoT). Einerseits verstehen wir darunter die Datenvernetzung von Geräten und Maschinen, andererseits aber auch eine mehr oder weniger ausgeprägte Logik. Diese macht die Dinge „smart“. Dabei werden Informationen – z.B. Fehlermeldungen, Bedarfsanforderungen, Statusberichte usw. – entweder direkt an den Empfänger wie etwa ein ERP-System geschickt oder direkt im Gerät mittels Sensoren analysiert und als aufbereitete Information übermittelt. Die Vernetzung von zahlreichen Input-/Output-Geräten ist theoretisch grenzenlos und führt – zum Internet der Dinge.

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David Lauchenauer
Über den Autor:
David Lauchenauer
David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe. 2021 leitete er erfolgreich den Verkauf von myfactory an Forterro.