11 Tipps für eine optimierte Beschaffungslogistik

von Stefan Girschner am 04.10.2022, 2 min Lesezeit

 

Lieferketten sind mehr denn je im Gespräch. Viele Betriebe haben Schwierigkeiten, an bestellte Waren und Rohstoffe zu gelangen. Die kritische Supply-Chain betrifft nicht nur die Beschaffung, sondern wirkt sich auch auf Vertrieb, Fertigung, Logistik und schlussendlich auf den Absatz und die Kunden aus. Auch wenn ein KMU die Weltmärkte nicht beeinflussen kann, gibt es dennoch Möglichkeiten für Sofortmaßnahmen. Eine davon ist das Bündeln und Vereinfachen der Beschaffungslogistik.  

1. Materialbedarf optimieren

Verschaffen Sie sich einen Überblick über sämtliche Beschaffungsartikel, welche Ihr Betrieb benötigt. Zusätzlich sollten Sie auch deren Verwendung prüfen. Nicht selten lassen sich zum Beispiel Schrauben, Bleche, Verpackungen usw. für mehrere Zwecke verwenden, so dass Sie Ihren Materialbedarf optimieren und die Logistik trotzdem versorgen können.  

 

2. Lieferanten auswählen 

Wie andernorts auch, spielen sich bei der Beschaffung mit der Zeit gewisse Routinen ein. Ist ein Lieferant einmal gesetzt, wird selten hinterfragt, ob es nicht Alternativen gibt. Gerade dann, wenn die Supply-Chain ins Stocken gerät, ist eine Diversifizierung der Lieferantenlandschaft von Vorteil. Die EU bietet dazu ideale Voraussetzungen, da Logistik und Beschaffung stark vereinfacht ist. 

 

3. Beschaffungstiefe reduzieren 

Wenn Sie bis zur letzten Schraube alles selbst einkaufen, erhöht sich das Risiko bei der Beschaffung. Hinzu kommt, dass gewisse Mindestmengen einzuhalten sind. Warum nicht die Frage nach „Make or Buy“ wieder ins Spiel bringen? Sprechen Sie mit Ihren Lieferanten, um deren Logistik oder Supply-Chain zu nutzen und Synergien zu schaffen. 

 

4. Alternative Artikel verwenden 

Natürlich sind die Logistik-Prozesse in Ihrem Unternehmen komplexer als das folgende Beispiel. Ein international tätiger Versandhändler hat festgestellt, dass das bisher in Fernost eingekaufte Verpackungsmaterial aus Kunststoff mit nur wenig Aufpreis in der Region beschafft werden kann. Dadurch hat sich die Zeit für die Beschaffung deutlich reduziert. Gleichzeitig profitiert das Marketing von einem zusätzlichen USP für die Vermarktung. 

 

5. Supply-Chain auslagern 

Genau genommen, gehört die Distribution von Waren nicht zu den Kernkompetenzen der meisten Unternehmen. Kommissionierung, Verpackung, Versand und Retouren gehören klassischerweise einfach dazu. Doch das muss nicht sein. Heute bieten Logistik-Dienstleister umfassende Services an, um Supply-Chain und Beschaffung zu erleichtern.  

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6. Minimalbestände erhöhen 

Mittels ERP-Software lassen sich Minimalbestände von Artikeln automatisch verwalten. Jeder Bezug reduziert die verfügbare Menge. Mittels Dispositionen lassen sich effektiver Bestand und künftige Wareneingänge miteinander abgleichen. Um Engpässe zu vermeiden, gibt es ein ebenso einfaches wie wirksames Mittel: Erhöhen Sie die Minimal- oder Sicherheitsbestände insbesondere der prozesskritischen Artikel. 

 

7. Vorräte anlegen 

Schon unsere Vorfahren in der Steinzeit haben diese Methode angewendet: Vorräte anlegen, um die Unabhängigkeit zu erhöhen. Bis vor Kurzem war es üblich, die Vorräte – und damit die Kapitalbindung – möglichst gering zu halten. Das hat auch gut funktioniert, bis die Supply-Chain schwächelte und die Beschaffung schwierig wurde. Heute könnte sich die Vorratshaltung bei kritischen Produkten durchaus wieder lohnen. 

 

8. Bedarfsermittlung überdenken 

Es gibt in der Logistik verschiedene Verfahren, um den Bedarf an Waren zu ermitteln. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen stochastischer (verbrauchsorientierter) und deterministischer (auftragsorientierter) Bedarfsermittlung. Es versteht sich, dass beide Methoden Vor- und Nachteile haben. Wie wird die Bedarfsermittlung bei Ihnen gehandhabt? 

 

9. Absatz und Verbrauch analysieren 

Entscheidend für Beschaffung, Logistik und Supply-Chain ist schlussendlich der effektive Absatz und Verbrauch. Die Zusammenhänge sind offensichtlich. Ein integriertes ERP-System wie myfactory bietet bei der Harmonisierung zwischen Einkauf und Verkauf die beste Möglichkeit, alle Daten jederzeit im Griff zu haben.  

 

10. Beschaffungsmengen reduzieren 

Nachdem weiter oben Vorräte und Bedarf erwähnt wurden, sollen hier die Beschaffungsmengen thematisiert werden. Mindestbestellmengen sind bei vielen Lieferanten die Regel. Das war bei deren bisherigen Supply-Chain auch kein Problem. Immer mehr kommen auch Lieferanten in Bedrängnis und sind froh, wenn vorhandenen Bestände abverkauft werden können. Heißt für Sie, prüfen Sie Ihre Beschaffungsmengen und sprechen Sie mit Ihren Lieferanten. 

 

11. Nachfrage koordinieren 

Nicht nur mit den Lieferanten, sondern auch mit den Kunden sollte die Logistik koordiniert werden. Nicht alle Abnehmer brauchen alles zum Stichtag. Hier gibt es Spielraum, was die Flexibilität der Supply-Chain erhöht.