10 digitale Anwendungen für mehr Effizienz in der Logistik

von David Lauchenauer am 14.09.2021, 2 min Lesezeit
 
 
 
 Man kann es drehen und wenden: Die Logistik wird zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor mittelständischer Unternehmen. Egal, ob E-Commerce, Lean Production oder smarte Supply-Chains – kein Weg führt an optimierten Logistikprozessen vorbei. Zeitersparnis, Kostensenkung, Qualitätsgewinn und Flexibilitätssteigerung sind nur einige der Vorteile einer effizienten Logistik. Hier finden Sie digitale Anregungen. 
 

ERP-System als Digitaler Logistik-Zwilling 

Ein digitaler Zwilling ist das virtuelle Abbild eines realen Produkts wie etwa ein Auto oder eine Bohrmaschine. Auch Lagerflächen, Logistikprozessen oder Verpackungsanlagen lassen sich als digitalen Zwilling darstellen. Der einfachste Weg ist die Abstraktion physischer Gegebenheiten der Lagerverwaltung mittels ERP-System. Die darin enthaltenen Daten repräsentieren Lagerplätze, Warenbewegungen usw. und lassen sich für Administration, Simulationen, Planung und Optimierung nutzen. 
 

Sensoren für vernetzte Prozesse 

Faktoren wie TemperaturenBewegungen, FeuchtigkeitRauch, Gewicht usw. sind für die Logistik relevant. Wird z.B. eine Kühlkette unterbrochen, entsteht rasch ein immenser Schaden. Sensoren messen laufend aktuelle Werte und sind Impulsgeber für vernetzte Prozesse wie Störungsmeldungen oder Materialnachschub. Im Zusammenspiel mit einem ERP-System lässt sich mittels Sensoren auch der Warenfluss und die Lagerverwaltung steuern und automatisieren. 
 

Realtime Supply Chain Management 

Unabhängig davon, welches Konzept bei der Lagerverwaltung eingesetzt wird, muss ein Logistik-System in der Lage sein, die richtigen Daten zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung zu stellen. Beschaffung, Verbrauch und Versand müssen auch digital zusammenspielen. Ein integriertes ERP-System ermöglicht einen durchgängigen Datenfluss von der Materialbewirtschaftung bis zur Lieferantenverwaltung. 
 

Automatisierte Kreditoren-Workflows 

Die Zuordnung von Einkaufsbestellungen zu effektiven Wareneingängen lässt sich heute dank automatisierter Kreditoren-Workflows deutlich vereinfachen. Rechnungsbelege werden gescannt, im System erkannt und an die richtigen Stellen für die Prüfung und Freigabe weitergeleitet. Unauffindbare Belege, mühsame Nachforschungen und Fehler in der Lagerverwaltung sind dadurch praktisch ausgeschlossen. Gleichzeitig werden die Dokumente sicher archiviert und lassen sich jederzeit wieder finden. 
 

Mobile Barcode-Scanning-Lösung 

Wer schon einmal mit Lagerverwaltung zu tun hatte, weiß den Nutzen von Barcodes zu schätzen. In Verbindung mit entsprechenden Lesegeräten vereinfacht das Zebra-Muster diverse Prozesse in der LogistikBei der Kommissionierung, Steuerung, Rückmeldungen, Systemeingaben usw. ersparen Barcodes manuelles (fehleranfälliges) Eintippen. Der Warenfluss wird dadurch deutlich schneller und effizienter.   
 

Integrierte Etikettierungssysteme 

Moderne Etikettierungslösungen können Daten direkt aus dem ERP-System übernehmen und auf Kartons, Paletten oder Versandpaketen anbringen. Nicht zuletzt sind es die immer strengeren Kennzeichnungs- und Normierungsvorschriften, welche die Verbindung einer zentralisierten Datenbasis (ERP) mit den jeweiligen Ausgabegeräten erfordern. Dabei spielen nicht nur behördliche Auflagen eine Rolle. Viele Abnehmer verlangen eine individuelle Etikettierung für die Optimierung ihrer eigenen Logistik.  
 

Integration Versand-/Transportlogistik 

Die Anbindung von Lösungen für das Transportmanagement bei der Lagerverwaltung vereinfacht nicht nur die Logistik, sondern spart auch Kosten beim Versand und bei Export und Verzollung. Postdienste und Spediteure bieten entsprechende Software an, welche sich entweder direkt ober über eine Schnittstelle mit dem ERP-System verbinden lässt.  
 

Elektronischer Datenaustausch 

Der Elektronische Datenaustausch (EDI, electronic data interchange) ist ein bewährtes Modell, bei dem standardisierte Datenformate von Rechnungen, Bestellungen oder Lieferscheine zwischen mehreren Geschäftspartnern ausgetauscht werden. Dank der einheitlichen Struktur können Dokumenten direkt ins ERP-System eingelesen und damit der Warenfluss in der Logistik beschleunigt werden. 
 

Proaktives Inventur-Tracking 

Früher war es üblich, in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr eine gründliche Inventur des Lagers durchzuführen. Alles wurde gezählt und mit den Beständen in der Lagerverwaltung verglichen. Das führte nicht selten zu Überraschungen. Moderne Systeme ermöglichen es heute, eine permanente Inventur durchzuführen. Mit mobilen Geräten wird der Warenfluss laufend aufgezeichnet und im System hinterlegt. 
 

Zentrale Logistik-Datenbasis 

Wareneingang, Qualitätskontrolle (Quarantäne), Einlagerung und Auslagerung, Kommissionierung und Verpackungen sind zentrale Aufgaben in der Logistik. Auch wenn sich die Funktionen unterscheiden, nutzen alle Bereiche die gleiche Datenbasis. Ein zentrales System, wie es eine ERP-Software darstellt, ermöglicht einen integrativen Informations- und Wertefluss. Oder wie es mal ein Anwender formuliert hat: Effizienz in der Logistik beginnt im ERP-System.  
 
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David Lauchenauer
Über den Autor:
David Lauchenauer
David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe. 2021 leitete er erfolgreich den Verkauf von myfactory an Forterro.