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Was Sie über Rechenzentren wissen sollten

von David Lauchenauer

Das Rechenzentrum ist das Herzstück der Cloud. Hier läuft nicht nur die Software, welche SaaS-Kunden als Service beziehen, hier liegen auch deren Daten. Leistungsfähige Internetzugänge sorgen für schnelle Verbindungen zwischen den Kunden und den Serviceanbietern. Moderne Rechenzentren gehören zum Besten, was IT-Infrastruktur heute zu bieten hat. Sie unterliegen strengen Kontrollen und Richtlinien, etwa vergleichbar mit denen in der Fliegerei. Auch wenn man als SaaS-Kunde nur mit dem „Endprodukt“ in Kontakt kommt, lohnt es sich, einmal einen Blick hinter die Kulissen eines solchen Gesamtkunstwerks modernster Technologie zu werfen. 
 

Standards für zertifizierte Sicherheit 

Damit ein Rechenzentrum sicher, langlebig, effizient, ökologisch und leistungsfähig ist, müssen viele Anforderungen erfüllt werden. Dazu gehören Kriterien wie Bauart, Leistung, Wärme- und Kältemanagement, Verkabelung, Sicherheitssysteme und natürlich jede Menge Hardware. Bereits bei der Konzeption eines Rechenzentrums müssen diese Parameter aufgrund der geplanten Leistung, Verfügbarkeit und Sicherheit berücksichtigt werden. Im Rahmen eines ISMS (Information Security Management Systems) werden Risiken ermittelt und die entsprechenden Schutzmaßnahmen geplant. Bei der Umsetzung kommt in der Regel die Normen ISO/IEC 27001:2005 und ISO/IEC 27002:2008 zur Anwendung. Sie dienen nicht nur als Leitfaden für den Bau, sondern auch als Grundlagen für die Zertifizierung des Rechenzentrums. Damit sichergestellt ist, dass die Sicherheitsmaßnahmen auch greifen, werden regelmäßige Checks und Audits durchgeführt. Bei Ausschreibungen wird oft eine Zertifizierung nach BSI, dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, vorgeschrieben. Weitere wichtige Begriffe in diesem Zusammenhang sind IT-Infrastructure Library (ITIL) sowie Sarbanes Oxley Act und SAS 70, auf welche an dieser Stelle jedoch nicht näher eingegangen werden. 
 

Jedes Detail zählt, inklusive Stromversorgung 

Jedes Rechenzentrum ist so stark wie seine schwächste Komponente. Deshalb müssen alle Geräte höchsten Anforderungen genügen. Das beginnt bereits bei der Auswahl von scheinbar so etwas Trivialem wie den Schränken (Racks) zur Unterbringung der Server. Themen wie Stabilität, Stromzuführung und -absicherung, Klimatisierung, Sensoren-Überwachung, Zugriffsschutz, Brandschutz und -reaktion, Störschutz und permanentes Betriebsmonitoring machen allein diesen Bereich schon zu einer komplexen Herausforderung. Hinzu kommen Aspekte der Netzwerktechnik. Sämtliche Server müssen störungsfrei vernetzt werden und erfordern ein ausgefeiltes Kabelmanagement. Eine zentrale Rolle beim Betreiben eines Rechenzentrums spielt natürlich die Energieversorgung. Große Rechenzentren verfügen oft über mehrere, redundante Stromeinspeisungen. Nicht selten sind Rechenzentren direkt an Kraftwerke gekoppelt. Damit können sie kritische Transformations- und Verteilstationen umgehen und verfügen über eine autarke Stromversorgung. 
 

Ausgefeilte Konzepte für höchste Sicherheit 

Sicherheit ist ein ebenso vielschichtiger, wie zentraler Begriff in einem Rechenzentrum. Grundsätzlich lassen sich dabei drei Hauptbereiche identifizieren: logische Sicherheit der Daten, physische Sicherheit der Systeme und organisatorische Sicherheit der Prozesse (vgl. Leitfaden für betriebssichere Rechenzentren, BITKOM, 2013). Übergeordnetes Ziel aller Sicherheitsmaßnahmen ist es, jederzeit den reibungslosen Betrieb von geschäftskritischen Anwendungen sicherzustellen. Entsprechende Maßnahmen, z.B. gegen Elementarschäden wie Überschwemmung oder Erdbeben, werden in einem Sicherheitskonzept bereits vor Baubeginn festgehalten (s. oben). Ein sicherer Betrieb ist nicht zuletzt auch im Interesse des Rechenzentrums, basiert dessen Geschäftsmodell doch auf einer makellosen Sicherheit und Verfügbarkeit. Dabei werden unterschiedliche Risikobereiche unterschieden. Von der Grundstückgrenze bis hin zum hochsensiblen Serverraum gibt es unterschiedliche Zonen, welche jeweils über eigene Sicherheits- und Zutrittsregeln verfügen. In diesem Sinn weisen Rechenzentren durchaus Parallelen zu Flughäfen, militärischen Anlagen oder Kernkraftwerken auf. Ein immer wichtigeres Sicherheitsthema für Rechenzentren ist der Schutz vor Viren und Würmern. Um Hackerangriffe jeglicher Art zu unterbinden, werden nicht nur intelligente Abwehrmechanismen eingesetzt, sondern die IT-Systeme auch so aufgebaut, dass bei allfällig erfolgreichen Angriffen nur wenige Dienste betroffen sind. 
 

Kein digitaler Wandel ohne Rechenzentren 

Wir müssen uns bewusst sein, dass der digitale Wandel ohne Rechenzentren nicht möglich wäre. Cloud-Computing, Industrie 4.0, Smart-Working, Internet der Dinge und andere Konzepte sind auf eine sichere, leistungsfähige, kostengünstige und webbasierte IT-Infrastruktur angewiesen. Rechenzentren sind die Herzschrittmacher unserer digitalen Wirtschaft und Gesellschaft. Eine Welt ohne Internet? Für unsere Zivilisation schon heute undenkbar. 

 


Über den Autor: Dr. Robert Meyer

Dr. Robert Meyer ist seit 2011 Geschäfts­führer der myfactory International GmbH. Seine Leiden­schaft ist die Vermarktung von moderner Cloud ERP-Software über Online-Medien und Partner­vertrieb. Im Mittelpunkt steht bei ihm immer das Wohl von Anwendern, die eine funktional ausgereifte, leicht zu in­di­vidualisierende, intuitiv zu bedienende, auf allen Devices verwendbare, und mobil ein­setzbare Unternehmens-Software benötigen.

Über den Autor: Rainer Giersbach

Rainer Giersbach stieg 2000 in die IT-Branche über eine technische Hotline zu kfm. Unternehmens­software ein, wenig später übernahm er das Produkt Management für diesen Bereich. 2006 stieß er im Zuge einer Recherche zum Thema "Online-Warenwirtschaft" auf myfactory. Das Thema hat ihn nicht mehr losgelassen und seit 2007 gestaltet er als Program Manager die myfactory.BusinessWorld aktiv mit.

Über den Autor: Timo Bärenklau

Nach seinem erfolgreichen Studium mit Abschluss als Bachelor of Engineering im Studiengang „Internationales Technisches Vertriebsmanagement“ stieß Timo Bärenklau als Lead Spezialist zur myfactory International GmbH hinzu. Schon während seines Studiums entdeckte er seine Leidenschaft für Vertriebsoptimierung, besonders im Hinblick auf CRM-Systeme. Auch seine Bachelor-Arbeit hatte CRM als Schwerpunkt. Seit 2012 betreut er maßgeblich die Leadqualifizierung bei myfactory.

Über den Autor: Tobias Korch

Tobias Korch arbeitet seit März 2011 bei myfactory als Software-Entwickler. Seine Schwerpunkte sind die Produktionsplanung (PPS) und das Modul eCommerce. Er ist ein engagierter Verfechter des myfactory-Konzeptes EasyRelease, mit dem Partner updatesichere Zusatzprogramme zur myfactory Business Software erstellen können. Bei Partnern und Partner-Interessenten sind deshalb seine Programmierer-Schulungen und unterstützende Coachings sehr gefragt. Durch seine vieljährigen Praxiserfahrungen mit komplexen Softwareprojekten hat er den Kontakt zum Mittelstand und das Verständnis für Anforderungen und Problemstellungen der Unternehmen und Anwender. Wenn es nichts zu tun gibt (gibt es das eigentlich?) dann kümmert er sich um seine Familie, macht Musik oder interessiert sich für alles was mit IT zu tun hat.

Über den Autor: Jan Schweighart

Jan Schweighart arbeitete nach einem Software Engineering Studium an der Hochschule Konstanz als Software Entwickler für einen Software Dienstleister. Überzeugt von Produkt und Mentalität, kam er Ende 2013 zu myfactory wo er heute schwerpunktmäßig an der Weiterentwicklung von myfactory.CRM arbeitet. Herr Schweighart hatte früher mal Hobbies, Freunde und ein soziales Leben, so wird zumindest berichtet. Heute ist er Vater einer kleinen Tochter ;)

Über den Autor: Dr. Mathias Hamp

Dr. Mathias Hamp ist Kommunikations- experte und entwickelt Kommunikations- strategien zur Vermarktung von Ideen, Waren und Marken. Seit 2015 verantwortet er für myfactory den Bereich Online Marketing.

Über den Autor: David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Co-Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory International GmbH.
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