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Optimierte Logistikprozesse als Erfolgsfaktoren im E-Commerce

von David Lauchenauer am 06.02.2018

 

Bedarfsermittlung durch Demand Management

Erhalten bestellwillige Kunden im Webshop Meldungen wie „Artikel nicht verfügbar“ oder „Lieferfrist 2 Wochen“ ist die Wahrscheinlichkeit eines Bestellabbruchs groß. Umgekehrt heißt das, dass im Idealfall von jedem Artikel jederzeit ein Mindestbestand vorhanden sein sollte. Das wiederum bindet Kapital und erfordert entsprechend hohe Lagerkapazitäten. Doch wer kann schon sagen, ob diese Artikel überhaupt jemals verkauft werden? Das Gleichgewicht zwischen Nachfrage und Lagerbestand lässt sich nie hundertprozentig erreichen. Statistische Prognosen aufgrund von Verbrauchswerten und eine laufende Disposition von Beständen und Abverkäufen liefern jedoch eine sehr gute Annäherung. Das sogenannte Demand Management ermittelt anhand von Verbrauchs- oder Bedarfsdaten den entsprechenden Bedarf. Mindestbestand, Sicherheits- und Höchstbestand sind dabei wichtige Parameter. Voraussetzung dafür ist eine professionelle Warendisposition, wie sie in modernen ERP-Systemen zu finden ist. Wer sich vertieft mit moderner Logistik auseinandersetzen will, dem sei u.a. das Grundlagenwerk (PDF) von Prof. Dr. Siegfried Jetzke empfohlen. 
 

Systematische Lagerbewirtschaftung

Ab einer gewissen Größe wird die Wahl einer geeigneten Logistikmethode zum wesentlichen Erfolgsfaktor eines E-Commerce-Portals. Grundsätzlich ist es für den Betreiber wichtig, jederzeit über die aktuellen Bestände sowie über geplante Zu- und Abgänge Bescheid zu wissen. Eine klare Organisation des Lagers hilft, Artikel schnell zu finden und zu kommissionieren. Wareneingang und Warenausgang müssen so strukturiert sein, dass die Lagertransaktionen effizient durchgeführt werden können. In der Praxis herrschen folgende Logistikmethoden vor: das Festplatzsystem und die chaotische Lagerhaltung. Wie es der Name andeutet, wird beim Festplatzsystem der Lagerplatz jeweils einem definierten Artikel zugeordnet. Jedes Produkt hat seinen fixen Platz. Das erleichtert manuelle Einlagerungen und Entnahmen. Der Nachteil ist, dass bei größeren Mengen oder Artikelvarianten die Lagerkapazität nicht mehr optimal genutzt werden kann. Unter Umständen verlängern sich dadurch die Kommissionierwege. Hier setzt die alternative Systematik der chaotischen Lagerhaltung an. Um das Chaos beliebiger Lagerplätze zu bewältigen, wird das Lager in einem Warenwirtschaftssystem abgebildet. Dieses registriert, welche Artikel wo und in welcher Menge eingelagert sind bzw. schlägt geeignete Lagerplätze vor. Um die Auslagerung möglichst effizient zu bewältigen, verfügen moderne Systeme über eine Wegoptimierung bei der Kommissionierung. 
 

Integration von E-Commerce und Warenwirtschaft

Das Zusammenspiel von Warenwirtschaftssystem und E-Commerce-Software muss reibungslos klappen, um die Abwicklung von Online-Bestellungen logistisch und kaufmännisch sinnvoll zu bewältigen. Je besser sich die beteiligten Systeme „verstehen“, desto reibungsloser harmonieren die Prozesse im Web und in der Logistik. Zwar verfügen einige Shop-Lösungen über integrierte Warenwirtschaftsfunktionen für einfache Anforderungen, komplexere Prozesse lassen sich damit jedoch kaum abbilden. Diese sind in der Regel ERP-Systemen überlassen. Sie unterstützen die Lagerhaltung mit Funktionen wie Lagerplatzverwaltung, (teil)automatisierte Disposition, rechtssichere Inventurverfahren oder umfassender Reportingmöglichkeiten. Dank integrierter ERP-Module können alle auftragsrelevanten Daten bis in die Finanzbuchhaltung ohne Medienbruch weiterverarbeitet werden.  
 
Für das Zusammenspiel zwischen Webshop und ERP-Software gibt es zwei Wege. Der eine ist die Anbindung von Standalone-Webshops an das ERP-System und erfolgt über Schnittstellen. Dabei werden Daten periodisch zwischen den beiden Systemen ausgetauscht. Damit verbunden sind Zeitverzögerungen, die sich wiederum auf die nachgelagerten Prozesse auswirken. Ein Beispiel sind Verkäufe, die nicht umgehend in der Lagerwirtschaft registriert werden, und somit zu falschen Bestandsauskünften gegenüber Kunden führen. Die andere Variante bilden ERP-Komplettlösungen mit integriertem E-Commerce-Portal. Die Vorteile einer solchen Lösung liegen auf der Hand. Daten stehen in beiden „Welten“ jederzeit aktuell und ohne Medienbruch zur Verfügung. Lagerbestände werden live dargestellt, Verkäufe über den Shop reduzieren den Bestand im Lager-Modul sofort. Kundenspezifische Preisgestaltungen aus den Stammdaten und unterschiedliche Währungen können berücksichtigt werden.  
 
Im Hinblick auf die Frage „Schnittstelle oder Komplettlösung“ ist jeweils die individuelle Situation ausschlaggebend. Ein Blick auf die zahlreichen Vorteile einer vollintegrierten Lösung ist jedoch wärmstens empfohlen.

Über den Autor: Dr. Robert Meyer

Dr. Robert Meyer ist seit 2011 Geschäfts­führer der myfactory International GmbH. Seine Leiden­schaft ist die Vermarktung von moderner Cloud ERP-Software über Online-Medien und Partner­vertrieb. Im Mittelpunkt steht bei ihm immer das Wohl von Anwendern, die eine funktional ausgereifte, leicht zu in­di­vidualisierende, intuitiv zu bedienende, auf allen Devices verwendbare, und mobil ein­setzbare Unternehmens-Software benötigen.

Über den Autor: Rainer Giersbach

Rainer Giersbach stieg 2000 in die IT-Branche über eine technische Hotline zu kfm. Unternehmens­software ein, wenig später übernahm er das Produkt Management für diesen Bereich. 2006 stieß er im Zuge einer Recherche zum Thema "Online-Warenwirtschaft" auf myfactory. Das Thema hat ihn nicht mehr losgelassen und seit 2007 gestaltet er als Program Manager die myfactory.BusinessWorld aktiv mit.

Über den Autor: Timo Bärenklau

Nach seinem erfolgreichen Studium mit Abschluss als Bachelor of Engineering im Studiengang „Internationales Technisches Vertriebsmanagement“ stieß Timo Bärenklau als Lead Spezialist zur myfactory International GmbH hinzu. Schon während seines Studiums entdeckte er seine Leidenschaft für Vertriebsoptimierung, besonders im Hinblick auf CRM-Systeme. Auch seine Bachelor-Arbeit hatte CRM als Schwerpunkt. Seit 2012 betreut er maßgeblich die Leadqualifizierung bei myfactory.

Über den Autor: Tobias Korch

Tobias Korch arbeitet seit März 2011 bei myfactory als Software-Entwickler. Seine Schwerpunkte sind die Produktionsplanung (PPS) und das Modul eCommerce. Er ist ein engagierter Verfechter des myfactory-Konzeptes EasyRelease, mit dem Partner updatesichere Zusatzprogramme zur myfactory Business Software erstellen können. Bei Partnern und Partner-Interessenten sind deshalb seine Programmierer-Schulungen und unterstützende Coachings sehr gefragt. Durch seine vieljährigen Praxiserfahrungen mit komplexen Softwareprojekten hat er den Kontakt zum Mittelstand und das Verständnis für Anforderungen und Problemstellungen der Unternehmen und Anwender. Wenn es nichts zu tun gibt (gibt es das eigentlich?) dann kümmert er sich um seine Familie, macht Musik oder interessiert sich für alles was mit IT zu tun hat.

Über den Autor: Jan Schweighart

Jan Schweighart arbeitete nach einem Software Engineering Studium an der Hochschule Konstanz als Software Entwickler für einen Software Dienstleister. Überzeugt von Produkt und Mentalität, kam er Ende 2013 zu myfactory wo er heute schwerpunktmäßig an der Weiterentwicklung von myfactory.CRM arbeitet. Herr Schweighart hatte früher mal Hobbies, Freunde und ein soziales Leben, so wird zumindest berichtet. Heute ist er Vater einer kleinen Tochter ;)

Über den Autor: Dr. Mathias Hamp

Dr. Mathias Hamp ist Kommunikations- experte und entwickelt Kommunikations- strategien zur Vermarktung von Ideen, Waren und Marken. Seit 2015 verantwortet er für myfactory den Bereich Online Marketing.

Über den Autor: David Lauchenauer

David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe.

Über den Autor: Stefan Girschner

Stefan Girschner (* 1967) berichtet als Fachjournalist seit vielen Jahren über Neuheiten und Trends in der IT-Branche. Seine journalistische Laufbahn startete er 1999 bei der Fachzeitschrift e-commerce magazin (ehemals IWT Magazin Verlag), wo er bis 2003 als Redakteur tätig war. Seit 2004 ist er freiberuflich für verschiedene Fachzeitschriften und Online-Portale in den Bereichen Unternehmens-IT, Computing sowie Wirtschaft und Industrie tätig. Darüber hinaus arbeitet er als Lektor und in der Schlussredaktion für Verlage und Agenturen. Von 2010 bis 2016 hatte er die redaktionelle Leitung des Digitalbusiness Magazin (WIN-Verlag) inne. Seit 2016 schreibt er wieder verstärkt für bekannte IT-Fachzeitschriften und -Portale.

Über die Autorin: Sandra Bültermann

Sandra Bültermann (*1975) ist seit 1999 als Technische Redakteurin tätig. Als langjährige Mitarbeiterin bei Fachzeitschriften, Agenturen und Softwareunternehmen verfügt sie über umfassende Kenntnisse in den Bereichen IT, Kommunikation und Contentmanagement. Ihre Kernkompetenz liegt darin, komplexe, technische Themen verständlich und zielgruppenorientiert aufzubereiten.
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